CO2-Staffellauf 2018

Engagierte Stuttgarter berichten von ihren Erfahrungen beim Klimafasten

"Den größten Reichtum hat, wer arm an Begierden ist." Seneca

20.2.2018, Beitrag von Steffen Mülling

Hast du es gerne bequem und stressfrei? Und du könntest eventuell zugeben, dass du ein kleines bisschen faul bist? Du lässt dir Dinge, die du haben willst, gerne nach Hause liefern? Zu deiner Wunschzeit, nämlich wenn du gerade daheim bist? Schön wäre so etwas wie eine Sofort-Lieferung, wenn du gerade das entsprechende Verlangen verspürst - und nicht erst ein bis drei Tage später?-Wunderbar!

Wenn die fragliche Lieferung wesentlichen Einfluss auf dein Wohlbefinden, deine Gesundheit oder sogar dein Leben hätte, was wärst du bereit für diesen Lieferdienst zu bezahlen? So gut wie nichts?-Perfekt!

Bestelle jetzt: Trinkwasser! Lieferung frei Haus, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Staatlich regelmäßig kontrollierte Qualität.

Der Preis?- Wenige Euro für den kompletten Jahresbedarf.

Die Alternative: Vom Sofa aufstehen, Schuhe anziehen, Auto aus der Garage holen, zum Getränkehändler fahren, viele Euro bezahlen, Kisten ins Auto wuchten, Kisten zu Hause in den Keller wuchten - erschöpft auf's Sofa sinken.

Die sportliche Alternative: Du wolltest dich eh mal wieder sportlich betätigen- Lass das Auto stehen, nimm dafür dein Fahrrad und deinen Rucksack. Dann hast du dir das Sofa danach auch verdient!

Anmerkung der Redaktion: Die Bereitstellung von Leitungswasser verursacht erheblich geringere Umweltbelastungen als die von Mineralwasser aus der Region. Der Konsum anderer Getränke (Softdrinks, Säfte, Alkohol) oder von Mineralwasser, das weite Transportwege zurücklegen muss, verursacht nochmal deutlich höhere Belastungen als der von regionalem Mineralwasser.

Quelle: Jungbluth N., König A., Doublet G. (2014) Ökobilanz Trinkwasser: Analyse und Vergleich mit anderen Getränken wie Mineralwasser. ESU-services im Auftrag des Schweizerischer Verein desGas- und Wasserfachs SVGW.

Autofrei durch Stuttgart

19.2.2018, Beitrag von Christian Petersohn, Bürger aus Zuffenhausen und BUND- Vorstandsmitglied 

Ich lebe bereits seit April 1988 ohne eigenes Auto und kann jedem empfehlen es auch zu tun. Neben den Vorteilen für die Umwelt, die ein Autoverzicht mit sich bringt, befreit es auch ungemein, denn es entfallen so lästige Dinge wie Parkplatzsuchen, Autowaschen, jährliche Reifenwechsel und sinnfrei im Staustehen. Natürlich schont es auch die Nerven und den Geldbeutel, denn unter dem Strich kostet ja ein Auto ca. 500 € im Monat (VW Golf). Mit VVS-Jahreskarte und Tickets für DB und anderen Fahrscheinen komme ich nicht mal auf ein Drittel der Autokosten.

Und es macht ein gutes Gewissen, denn ich decke meine Mitbürger nicht mit Lärm, Abgasen und unnötiger Hektik ein, die der massenhafte Autoverkehr mit sich bringt. Bleibt zu hoffen, dass die neue Bundesregierung, flankiert von entsprechenden Gerichtsurteilen, endlich wirksam etwas gegen die krankmachende Auto-Flut unternimmt. Beim Auto ist natürlich viel Irrationalität im Spiel, sonst hätten wir ja nicht diese unnützen SUVs im Stadtverkehr, aber beim Nichtraucherschutz hat ja auch ein Mentalitätswechsel stattgefunden. Rauchen beim Essen im Lokal ist heute undenkbar.

Also, einfach mal klein anfangen und in der Feinstaubsaison das günstige VVS-Einzeltagesticket nutzen.

Geld regiert die Welt - Moralisch sinnvoll eingesetzt lässt sich mit Geld viel Gutes bewirken!

18.2.2018, Beitrag von Thorsten Haberecht, Aktiver im Arbeitskreis Lebenswerte Stadt und Mitorganisator der Aktion Klimafasten

Die meisten von uns haben ein Budget von mehreren zehntausend Euro pro Jahr zur Verfügung. Dieses geben wir aus für Wohnen, Mobilität, Konsum und andere Lebensbereiche.

All diese Ausgaben haben Folgen. Sie wirken auf unsere Umgebung - auf lokaler, regionaler und globaler Ebene.

Wir haben die Wahl, wem wir dieses Geld anvertrauen oder in was wir es investieren. Wir können unsere Miete an eine Wohnungsbaugenossenschaft überweisen oder an einen Privatinvestor mit Steuersitz auf Malta. Wir können mit unseren Mobilitätsausgaben die deutsche Automobilindustrie stärken, oder zum Ausbau des ÖPNV-Netzes beitragen. Wir können Arbeitsplätze in Supermärkten und bei Paketdienstleistern sichern, oder unser Geld lokalen Landwirten und Gewerbetreibenden zukommen lassen.

Oft genug existieren Zwänge, die uns kaum eine Wahl lassen. Oft genug aber haben wir diese Wahl. Oftmals gibt es kein klares Gut oder Schlecht. Manchmal aber schon.

Lassen Sie uns unser Geld überlegt einsetzen - für eine bessere und zukunftsfähige Welt!

Ich selbst versuche seit Jahren, meinen Konsum auf das als wirklich notwendig empfundene Maß zu reduzieren - insbesondere wenn es um Dinge geht, die ressourcenintensiv erzeugt, oder nach Gebrauch aufwändig entsorgt werden müssen. Für das diesjährige Klimafasten habe ich mir vorgenommen, mich intensiv mit dem Thema nachhaltige Geldanlage auseinanderzusetzen. Einem Bereich, in dem es um große Summen über lange Zeiträume geht. Genügend Potential also für sinnvolle Veränderungen!

Zu einem nachhaltigen Stromanbieter wechseln

17.02.2018, Beitrag von Patty Klemenz, Musiker und Unternehmer

Das Tierwohl liegt mir besonders am Herzen. Und was in deutschen Ställen abgeht, geht einfach gar nicht. Deshalb ernähre ich mich schon lange vegan und reduziere so gleichzeitig meinen ökologischen Fußabdruck.

Finde es übrigens super, dass sich der BUND so sehr gegen Massentierhaltung einsetzt!

Und dank eurer Klimafasten Aktion konnte ich mich endlich mal aufraffen, zu einem nachhaltigen Stromanbieter zu wechseln...als Selbstständiger ist Zeit ein knappes Gut und umso wichtiger ist der Motivationsschub durch eure Aktion! Vielen Dank!

Steife Brise zwischen der Unterwäsche

16.02.2018, Beitrag von Gerhard Pfeifer(Biologe), Geschäftsführer beim BUND Regionalverband

Wäschetrockner sind im Haushalt ein großer Stromfresser - auch in der Produktion der aufwändigen Geräte steckt ein nicht unerheblicher ökologischer Fußabdruck an Energie-und Rohstoffverbrauch. Deshalb haben wir auf eine Anschaffung in unserem Haushalt verzichtet.In den wärmeren Monaten trocknen wir unsere Wäsche auf der Wäscheleine auf dem Balkon - Wäsche riecht danach einfach super - in den Wintermonaten im Kellerraum in Kombination mit einem einfachen Ventilator. Wichtig ist auf ausreichende Belüftung durch gekippte Kellerfenster zu sorgen.Die Trocknungszeit kann man damit wesentlich beschleunigen.

Der Stromverbrauch des Ventilators ist relativ gering 40 Watt pro Stunde bzw. 10 KWh pro Jahr. Auch der Anschaffungspreis von ca. 20 Euro ist extrem günstig im Vergleich zu Wäschetrocknern - sie kosten im Schnitt ca. 900Euro und verbrauchen bei durchschnittlicher Nutzung ca. 250 KWh pro Jahr. Im Vergleich sparen wir also 230 Kilowattstunden pro Jahr bzw. rund 60 Euro, wenn man den Anschaffungspreis noch einkalkuliert rund 130 Euro jährlich pro Jahr.

Ein weiterer Vorteil dieser "Simpel-Trockenmethode" ist, dass die Textilien weniger verschleißen. In dem "Trommelwirbel" der Wäschetrockner ist der mechanische Abrieb enorm und bei synthetischen Stoffen produziert man dadurch ungewollt eine Menge Mikro-Plastikmüll.

Der Klimawandel ist eine der drängendsten Fragen unserer Zeit.

15.02.2018, Beitrag von Brigitte Dahlbender, Landesvorsitzende des BUND in Baden- Württemberg

Jeder kann oft ohne große Hindernisse einen Beitrag für den Klimaschutz leisten. Klimaschutz bedeutet nicht nur Verzicht, sondern bereichert auch unser Leben.
In meinem Alltag setze ich auf regionales und saisonales Obst und Gemüse. Das heißt auf Kirschen im Dezember kann ich gut verzichten.

Innerhalb meines Wohnortes Ulm gehe ich zu Fuß, nehme das Fahrrad oder bei Regen auch den Bus. Für längere Strecken wie nach Stuttgart steige ich lieber in den Zug als ins Auto. Im Winter drehe ich in meiner Wohnung die Heizung etwas runter und ziehe mir einen Pullover an.

Auch bei schlechtem Wetter kann man radeln…

 

14.2.2018, Beitrag von Andrea Lindel, Bezirksvorsteherin in Plieningen-Birkach

Ich kaufe samt Einkaufstasche auf dem Wochenmarkt ein, kaufe den Rest in der Stadt und nur im äußersten Notfall im Internet, ziehe Kaffee in einem Café jedem Becher To-go vor, bin schon lange bei einem nachhaltigen Stromanbieter und mein Fleischverbrauch pro Jahr wiegt weniger als ein Kaninchen….  

Meist schaffe ich es auch, ins Büro zu radeln. Zumindest bei trockenem Wetter. Aber wenns morgens schon regnet, dann sitzt der innere Schweinehund neben der Haustür und winkt mit dem Autoschlüssel. Oft erfolgreich….
 
Deshalb habe ich beschlossen, während der Fastenzeit einfach dem Wetter zu trotzen und bei jedem Wetter ins Büro zu radeln. Einfach Regenklamotten anziehen und dem Schweinehund eine lange Nase zeigen und losradeln.
 
Fürs Klima zählt jede Maßnahme. Auch jede noch so kleine. Viel Erfolg beim Überwinden Ihres inneren Schweinehundes!

Wir vom Arbeitskreis Lebenswerte Stadt des BUND Stuttgart arbeiten daran, unsere Stadt lebenswerter zu machen. Dabei wurde uns der enge Zusammenhang zwischen Klimaschutz und lebenswerter Stadt bewusst. Komm doch mal vorbei und mach mit! Wir treffen uns immer am ersten Montag im Monat um 18 Uhr im Umweltzentrum Stuttgart.