CO2-Staffellauf 2018

Engagierte Klimahelden berichten von ihren Erfahrungen beim Klimafasten

Tag 44: Das war’s für dieses Jahr – Unser CO2-Staffellauf endet hiermit!

Unser Organisationsteam: Von Links: Volker Braun, Leonie Schurr, Patricia Gotterbarm, Thorsten Haberecht Es fehlt: Ulrich Schmidt

29.03.2018, Das Organisations- Team verabschiedet sich!

Liebe Unterstützer und Leser,

am heutigen Gründonnerstag endet unser CO2-Staffellauf im Rahmen der diesjährigen Fastenzeit. Wir bedanken uns recht herzlich, für Ihre/Eure tollen Beiträge, aber auch für Ihre/Eure Likes auf unserer Facebook Seite und fürs Weiterempfehlen unserer Aktion!

Über einen Zeitraum von sechs Wochen haben wir von Ihnen/Euch zahlreiche, sehr informative Beiträge zu unserem Blog erhalten. Das ist ein tolles Ergebnis! Aber eigentlich geht es ja mehr darum, sich von den Beiträgen und unserer Webseite inspirieren zu lassen und einige Anregungen in den Tagesablauf zu integrieren.

Als kleines Dankeschön für Ihre/Eure Beiträge werden wir Sie/Euch im Frühjahr zu einem gemütlichen Zusammensein einladen. Dabei soll der Austausch und das gegenseitige Kennenlernen im Vordergrund stehen, aber auch der Spaß wird nicht zu kurz kommen. Den genauen Termin werden wir Ihnen/Euch in Kürze mitteilen.

Begleitend zum CO2-Staffellauf gab es noch weitere interessante Aktionen:

Viele Hintergrundinformationen zum Thema Konsum gab es im Rahmen der nachhaltigen Stadtführung. Ein dickes Dankeschön geht an Jürgen Merks vom BUND-Regionalverband und die Teilnehmer, die sich von den frostigen Temperaturen nicht haben abschrecken lassen.

Nochmal ganz besonders bedanken wollen wir uns bei Anna Christmann für die interaktive Diskussions-Veranstaltung und bei Markus Besch für die Räumlichkeiten im Wizemann.space.

Besonderer Dank gilt auch unseren weiteren prominenten Unterstützern Ute Vogt, Vincent Klink, Anna Christmann und Brigitte Dahlbender.

Ein weiterer Schwerpunkt unseres Arbeitskreises Lebenswerte Stadt in diesem Jahr ist das Thema "Grün in der Stadt". Auf alle Fälle können wir noch tatkräftige Unterstützer brauchen. Zum Beispiel bieten wir am 07. April einen Hochbeet Workshop an, zu dem jeder/ jede eingeladen ist. Für weitere Informationen klicke hier. 

Schöne Feiertage und bis bald!

Tag 43: Klimaschutz in Nürtingen- Von Südostasien lernen und in Nürtingen anwenden

28.03.2018, Interview von Thomas Kleiser, Klimaschutzmanager aus Nürtingen

Als Klimaschutzmanager in Nürtingen engagiere ich mich derzeit zusammen mit vielen anderen ehrenamtlich engagierten Leuten in dem schon in den 90er Jahren vom örtlichen BUND entwickelten Vorhaben "Vision Solarstadt Nürtingen 2046". Das Ziel ist die klimaneutrale Stadt, dies bedeutet die vollständig regenerative Energieversorgung; der Focus in Nürtingen liegt auf dem Solarstrom-Ausbau - der heute schon wettbewerbsfähig ist - erweitert um viele weitere Themen wie Mobilität, Energiespeicherung, Wärmeversorgung, Haussanierung, aber auch Landwirtschaft, Konsum, Abfall etc. Es liegen viele Ideen vor, so könnte man z.B. viel mehr Parkplätze mit PV-Modulen überdachen. Vor einigen Jahren war ich beruflich viel in SO-Asien unterwegs und bemerkte Bushaltestellen mit Solarpanels in erstaunlicher Anzahl. Unsere Projektgruppe ist auch dazu da, die Leute zu informieren und unter Einbindung aller Klimaschutzakteure vor Ort Hindernisse auszuräumen, die solchen Vorhaben im Wege stehen könnten. Im Zuge der Energietage vom 15. bis 25. April werden am 22. April neue und alte Ideen vorgestellt: beim Solarbrunch in der KulturKantine der Alten Seegrasspinnerei, 10-14 h.

Tag 43: Bei Normalos daheim

28.03.2018, Beitrag von Hans Mohr, Informatiker aus Stuttgart-West

CO2-Fasten ist eine uralte Sache - noch vor 2 Generationen wurde leidenschaftslos aber höchst effektiv CO2-gefastet. In den Häusern meiner Großeltern war meist genau ein Raum beheizt - nur sonntags auch 'die Stube'. Gebadet hat die komplette Familie im Prinzip mit einer einzigen Befüllung der Wanne. Gegessen wurde regional und saisonal - die Lebensmittel waren unverpackt, sie wegzuwerfen konnte man sich nicht leisten. Urlaubsreisen waren unbekannt. Klar: niemand möchte mehr so leben - aber warum meinen so viele, dass sie nur noch am anderen Ende der Skala leben können?

Als Familie mit 5 Köpfen achten wir bereits seit vielen Jahren auf den schonenden Umgang mit Ressourcen - aber selten dogmatisch und oftmals auch eher zufällig. Seit bald 20 Jahren erhalten wir regionale Produkte über ein Gemüseabo vom Bio-Gärtner, den wir nebenbei mit einem Kredit bei der Betriebsübernahme unterstützten (Schwarmfinanzierung). Was wir sonst noch einkaufen, holen wir mit dem Fahrrad oder zu Fuß. Nur alle paar Wochen packen wir dann noch das Auto voll mit schweren oder unhandlichen Formaten. Unser Haushalt besteht aus 3 (und einem halben) Vegetariern. Deshalb kommt bei uns Zuhause seit Jahren kein Fleisch mehr auf den Tisch. Lebensmittel werden praktisch nie weg geworfen. Gekocht wird schon auch mal entlang der Verfallsdaten und für die Bevorratung im Tiefkühlbereich reicht ein kleines Fach, in dem ein beständiges Kommen und Gehen der geliebten Produkte herrscht. Den Strom beziehen wir ebenfalls seit fast 20 Jahren beim Ökostrom-Anbieter - seit einigen Jahren auch das Gas. Was uns immer wieder wundert ist die Tatsache, dass wir mit drei Teenagern im Haushalt nach wie vor im Single-Tarif geführt werden. Wir fragen uns häufig, was wir eigentlich tun müssten, um in den Familientarif 'aufzusteigen'. Natürlich auch begünstigt durch eine zentrale Wohnlage, benötigen wir für den Arbeitsweg kein Auto; auch den Weg zum Kindergarten oder den diversen Schulen konnte sich unser Auto bisher nicht einprägen. Dieses verwenden wir überwiegend für Urlaubsfahrten, die wir nicht mit Bahn und/oder Bus bestreiten. Flugreisen sind bei uns eine absolute Ausnahme. Dass aktuell die Flughäfen weltweit von Rekord zu Rekord eilen, macht mich fassungslos.

Aber auch bei uns besteht noch viel Potential für Verbesserungen. Unsere Altbauwohnung ist weitgehend ungedämmt. Bei einem Mehrfamilienhaus entwickelt sich nicht immer alles nach den eigenen Vorstellungen. Mit einer etwas niedrigeren Raumtemperatur kann man hier aber schon sehr viel bewirken. Wir produzieren gefühlt mehrere Tonnen Plastikmüll im Jahr. Unsere Kinder haben für dieses Jahr ein Plastikfasten angeregt. Da das aber nicht gerade einfach umzusetzen ist und auch keine offensichtliche finanzielle Einsparung droht, waren wir wieder mal eher bequem unterwegs... Wir bleiben aber dran und versuchen, die Sache über einen längeren Zeitraum und in kleinen Etappen anzugehen. Und wir besitzen nach wie vor ein Auto. Die Abschaffung wird zwar immer mal wieder diskutiert, aber bis dato siegte auch hier stets das Teufelchen.

Tag 42: Energetische Sanierung zur Nachahmung empfohlen!

27.03.2018 Beitrag von Martin Schleef, Ingenieur für Verfahrenstechnik aus Bad Cannstatt Birkenäcker

 

Unser Haus stammt aus den 1960er Jahren und nach dem Kauf im Jahr 2012 waren etliche Umbau- und Verschönerungs-Arbeiten fällig. Trotz der hohen Zusatzkosten haben wir uns auch für eine sofortige energetische Sanierung entschieden. Die wesentlichen Maßnahmen waren eine neue sparsame Gasheizungsanlage mit Solar-Warmwasser-Bereitung, Dämmung von Dach und Fassade, sowie neue 3-fach verglaste Fenster und eine neue gut gedämmte Haustür. Die Fassade haben wir übrigens mit Mineralwolle gedämmt, die kostet zwar etwas mehr als Kunststoffschaum, ist dafür aber nicht brennbar und besser durchgängig für Feuchtetransport von innen nach außen.

In Nachhinein war das die richtige Entscheidung: unsere energetische Haussanierung hat sich bereits heute über Wertsteigerung und Senkung des Gasverbrauchs bezahlt gemacht:

  • Wir haben eine Verbesserung der Wohnqualität und des Komforts erreicht.

  • Wir sind sicher, dass die Wertsteigerung des Hauses die Kosten der Sanierung aufwiegt.

  • Wir haben eine CO2-Einsparung von über 90% erreicht. Für Heizwärme & Warmwasser liegt der Bedarf bei aktuell 1.520 kg CO2/Jahr gegenüber >17.000 kg CO2/Jahr vor der Sanierung. Und das bei einem fünf-Personen Haushalt.

Die Nachahmung ist daher unbedingt empfohlen. Es ist gar nicht so schwer, und macht Riesen Spaß!!

Meine Leidenschaft ist übrigens mein selbst angelegter Garten. Die Rasenfläche habe ich extra klein gehalten, um viel Platz für Blühpflanzen und einen Steingarten als Lebensraum für Tiere aller Art zu haben. Wir hoffen, dass sich in Zukunft Salamander oder Eidechsen einstellen. Kröten haben schon Schutz unter Steinen oder in Ritzen gesucht. Ein Fuchs hat uns auch schon besucht. Bei den Blühpflanzen achte ich auf eine große Vielfalt mit überlappenden Blühzeiten, von Spätwinter bis Spätherbst. Für die Bienen ist da immer was im Angebot. Auf Kirschlorbeer- oder Thuja-Monokultur-Hecken habe ich bewusst verzichtet.

Die nächsten Projekte, die ich angehen will, sind noch mehr Nistkästen anzubringen, für Vögel aber speziell auch für Hummeln. Zum Bewässern des Gartens will ich meine Regenwasserspeicher noch weiter ausbauen (von derzeit ca. 1500 Liter), das spart übers Jahr so einige Kubikmeter Trinkwasser. Und unseren Stromversorger werde ich auch auf voll regenerativ umstellen.

Bei Fragen zur Haus-Sanierung oder zum Garten stehe ich gerne zur Verfügung!

Tag 37: Das Evangelischen Heidehof- Gymnasium verzichtet gemeinsam auf Fleisch

22.03.2018, Beitrag von Katharina Joos – Lehrerin am Evangelischen Heidehof-Gymnasium

Wie viel Fleisch essen wir durchschnittlich im Jahr? Welche Auswirkungen hat unser Fleischkonsum auf Umwelt und Klima genau? Und was können wir als Verbraucher tun?

All das sind Fragen, mit denen sich die Klima AG, die UmweltspecherInnen und einige  Lehrkräfte  des  Arbeitskreises  Nachhaltigkeit  am  Evangelischen  Heidehof- Gymnasium befassen. Anfang des Jahres war es dann soweit und die Idee, gemeinsam auf Fleisch zu verzichten, war geboren. Seit  letzter  Woche  Montag  nimmt  eine  große  Anzahl  an  SchülerInnen und LehrerInnen an der Aktion „Klimafasten –zwei Wochen vegetarisch leben“ teil. Unter dem Hashtag #losgehts starteten wir letzten Montag in unserer wöchentlichen Andacht  gemeinsam  in  die  fleischlosen  Wochen.  Drei  Tage  später  folgte  unter  dem Motto  #einenschrittweiter  ein  weiteres  Treffen,  in  welchem  erste  Erfahrungen ausgetauscht wurden. Dabei zeigte sich, dass der Verzicht auf Fleisch unterschiedlich
gut aufgenommen wurde: Wo für manche bereits in den ersten Tagen Schwierigkeiten auftraten, mussten andere ihre Essgewohnheiten nur minimal umstellen und konnten gar  mit  hilfreichen  Tipps  aufwarten.  Diesen  Dienstag  gab  es  eine  weitere Austauschrunde, bei dir unter dem Motto #essentutgut(es) das Kochen in den Fokus genommen  wurde.  Der  Höhepunkt  war  hier  mit  Sicherheit  der  Besuch  von  Herrn Latsch, dem Betreiber des Stuttgarter Bio-Restaurants Lässig. Als Experte zum Thema ‚Bewusstes  Kochen‘  teilte  er  nicht  nur  seine  persönlichen  Erfahrungen  mit  uns, sondern beantwortete auch zahlreiche Schülerfragen zur fleischlosen Ernährung.  

Auch die Köchinnen der Schulmensa haben sich dazu bereiterklärt, die Teilnehmer der Klimafastenaktion  zu  unterstützen  und  verköstigen  uns  seit  Beginn  der  Aktion  mit komplett  fleischfreien,  aber  sehr  abwechslungsreichen  Speisen,  die  von Gemüsemaultaschen bis hin zu vegetarischen Enchiladas reichen.  Bevor  es  diesen  Freitag  unter  dem  Motto  #wirwarendabei  einen  gemeinsamen Abschluss gibt, gilt es noch ein paar Tage durchzuhalten. Eines ist jedoch jetzt schon klar:  (Ess)Gewohnheiten  zu  ändern  ist  nicht  immer  ganz  einfach, ein klimagerechter(er) Lebensstil hilft jedoch nicht nur der Umwelt, sondern stärkt auch die Gemeinschaft.

Tag 33: Reisen ohne Flugzeug

18.03.2018, Beitrag vonBeitrag von Carolin Jaschek, Mitglied von Fossil Free Stuttgart und im Vorstand des BUND Kreisverbands

Bei meiner Vorstandsarbeit beim BUND steht für mich das Thema Divestment / Fossil Free im Vordergrund. Wir fordern, dass öffentliche Gelder aus Unternehmen der fossilen Brennstoffindustrie abgezogen werden, die mit der Zerstörung des Klimas Profite machen. Das ist eine politische, gesellschaftliche Forderung. Die ganze Verantwortung für den Klimaschutz auf den privaten Bereich auszulagern - also auf das Konsumverhalten der einzelnen Menschen - ist meiner Meinung nach nicht sinnvoll. Politik und Wirtschaft dürfen sich nicht aus der Verantwortung stehlen. Dennoch sehe ich auch auf individueller Ebene großes Potential einen Unterschied zu machen und mit den eigenen Entscheidungen Veränderungen zu bewirken.

Den größten (fossilfreien!) Beitrag zum Klimaschutz auf individueller Ebene, den man meines Wissens nach leisten kann, ist die Vermeidung von Flugreisen. Laut Bundesumweltamt erzeugt ein Flug von Berlin nach Gran Canaria und zurück pro Passagier oder Passagierin Schadstoffe, die rund anderthalb Tonnen CO2 entsprechen. Das ist etwa so viel, wie ein Mensch in Indien im ganzen Jahr verursacht. Wenn ich bedenke, dass viele Menschen mehrmals im Jahr, auch mal nur für ein Wochenende, eine Flugreise unternehmen, ohne sich überhaupt über die Konsequenzen bewusst zu sein, bringt mich das zum Nachdenken. Wir blasen leichtfertig Gift in die Atmosphäre, denken im besten Fall, dass mit einer Kompensation das Thema erledigt ist und sitzen schon im nächsten Flugzeug. Denn wie in allen Bereichen sind auch die Auswirkungen der Flugreisen auf das Klima, also der Klimawandel, in Deutschland verhältnismäßig wenig spürbar. Auf jeden Fall sind sie nicht lebensbedrohlich. Das macht es so einfach, sie zu ignorieren und die oft höheren Preise und längeren Reisezeiten der Bahn als Argumente für das Flugzeug zu nutzen (auch hier sehe ich übrigens die Politik am Drücker, Bedingungen zu schaffen, die die wahren Umweltkosten abbilden und die unnatürliche Preisgestaltung von Flugreisen beenden statt sie zu fördern).

 

Ob man etwas als Verzicht empfindet - was die meisten Menschen im Zusammenhang auf flugzeugloses Reisen wohl tun - hängt von der Perspektive auf die Situation ab. Ich möchte dazu anregen, die Dinge andersherum zu betrachten: Momentan verzichten wir auf saubere Luft, auf ein gesundes Umfeld, ein intaktes Klima. In meiner Wahrnehmung ist es eine Bereicherung, wenn ich keine Flugreisen unternehme, weil ich dazu beitrage, dass die Erde weiterhin ein lebenswerter Planet ist. Viele Menschen machen sich nicht bewusst, dass sie mit ihrem jetzigen Lebensstil ebenfalls auf vieles verzichten. 

Tag 32: Stockholm, Seattle, Shanghai ... Über den Wolken für die Firma

17.03.2018, Beitrag von Volker Braun, Mobilfunk-Ingenieur

Als Angestellter eines sogenannten Global Players haben mich meine Dienstreisen schon um den halben Erdball geführt. Und auch privat verreise ich gerne, um fremden Garküchen und Weinkellern die letzten Geheimnisse zu entlocken. Da gibt man sich jeden Tag Mühe, seinen Alltag einiger-maßen klimafreundlich zu gestalten, aber schon wenige Flüge pro Jahr ruinieren die persönliche Ökobilanz komplett. Ganz schön frustrierend!

Aber wie geht man damit um? Hier meine persönlichen fünf Ansätze:

1)Reisen, von deren Verhältnismäßigkeit oder Nutzen ich nicht überzeugt bin, versuche ich zu vermeiden. So kann zum Beispiel die Teilnahme an einem Projektmeeting auch mal per Audio- oder Video-Konferenz ausreichen.

2)Bei Tagungen bevorzuge ich Veranstaltungen in Europa und vermeide die in Übersee. Wenn von meinen Mitautorinnen ohnehin jemand die Tagung besucht, delegiere ich gerne die Präsentation und kann so schon mal auf die Reise verzichten.

3)Manchmal kann ich eine Reise weder vermeiden noch auf die Bahn ausweichen. In diesen Fällen versuche ich, die Reise mit einem privaten Aufenthalt zu verbinden. Der Flug wird dann oft sogar billiger. Das hilft dem Klima zwar nicht direkt, aber wenigstens habe ich ein aufregendes Erlebnis, dann verbringe ich meinen Urlaub in Europa und es ist doch gut fürs Klima.

4)Fürs diesjährige Klimafasten habe ich mir vorgenommen, mit der CO2 Kompensation von Flugreisen zu beginnen. Dabei handelt es sich um eine steuerlich absetzbare Spende an ein Klimaschutzprojekt. Einen aktuellen Vergleichstest gibt es zum Beispiel bei Finanztest 3/2018. Meinen Arbeitgeber habe ich die Tage gebeten, die für eine Dienstreise gespendete Summe zu erstatten. Und siehe da, meine Vorgesetzen sind erstaunlich aufgeschlossen und haben das Thema eskaliert. Bin gespannt wie das weitergeht. Die 25 Euro extra für einen innereuropäischen Flug machen sich in den Gesamtkosten der Reise ja kaum bemerkbar.

5)Der stete Tropfen bewegt letztlich doch etwas, daher konfrontiere ich Freunde, Kollegen und Vorgesetzte mit dem Thema und hatte erste Erfolge damit, auch in anderen Lebensbereichen.

Leider habe ich den Eindruck, dass die Hemmschwelle, sich mal eben in den Flieger zu setzen, immer weiter abnimmt, was auch an den niedrigen Preisen liegen dürfte. Und durch die zunehmende Globalisierung und den wirtschaftlichen Aufstieg bevölkerungsreicher Länder dürfte der Flugverkehr sicher noch stark zunehmen. Andererseits vertrete ich den Standpunkt, dass junge Leute die Welt kennenlernen und sich inspirieren lassen sollen, zum Beispiel vom Innovationsgeist in Nordamerika oder der fleischlosen Küche in Südindien. Und schon gar nicht will ich jemandem den Spaß am Reisen verderben.

Was für ein Dilemma!

Tag 31: Gemeinsam CO2 einsparen

16.03.2018, Beitrag von Fritz Mielert, Referent für Umweltschutz

Fliegen war gestern

Das größte CO2-Einsparpotential, direkt nach "ein Kind weniger in die Welt setzen", hat der Verzicht auf Flugreisen. Ich habe 2011 beschlossen, dass ich unserem Klima diese Art der Umweltverschmutzung nicht mehr antun will. Ok, davor habe ich ziemlich gesündigt, war in China, in den USA und in Venedig und bin sogar einmal zu einer Talkshow nach Berlin geflogen - was ein Irrsinn. Seitdem bin ich clean und genieße, verstärkt einige Jahre später durch einen Burnout, die Ruhe des langsamen Reisens. Gerne auf den eigenen Füßen, wenn es sein muss auch mit dem Zug. Ob im Trethausboot über die Mecklenburgische Seenplatte oder wandernd über die Schwäbische Alb, an den Alpen entlang oder durch die Vogesen - wir sind landschaftlich gesegnet mit tollen Ausflugszielen, die nur darauf warten, in Ruhe erkundet zu werden.

Gemeinschaft statt Konsum

Vor ein paar Jahren hat mir eine Veranstaltungsreihe zu Gemeingütern die Augen geöffnet. Syndikatsprojekte stemmen sich gemeinschaftlich gegen immer höhere Mieten und Immobilien-spekulationen, indem sie Wohngebäude dauerhaft dem Markt entreißen, Repair Cafés sammeln Wissen über technische Geräte und bieten Hilfe zur Selbsthilfe bei der Reparatur, offene Werk-stätten wie der Hobbyhimmel bringen Menschen und Maschinen zusammen um gemeinsam kreativ zu sein und bei der Solidarischen Landwirtschaft verbinden sich regionale, saisonale und biologische Lebensmittel mit wirklich fairen Produktionsbedingungen.

All diese Ansätze funktionieren, da sie von Gemeinschaften getragen werden.

Insbesondre die Solidarische Landwirtschaft hat es mir angetan. Mit 15 anderen Menschen zusammen einen Nachmittag lang Sauerkraut zu produzieren - vom Putzen der Kohlköpfe übers Hobeln bis hin zum Stampfen ist für mich ein wunderbares Gemeinschaftsgefühl. Wenn ich mir dann noch in der dritten Woche, in der es im Winter Rotkohl gibt, klar macht, dass in klassischen Betrieben - egal ob bio oder konventionell - Überproduktionen einfach auf dem Kompost landen würden, weiß ich, dass zumindest im Kleinen etwas richtig läuft.

Tag 30: Guten Appetit beim Klimafasten

15.03.2018, Beitrag von Vincent Klink, Koch

Zum Fasten kann ich leider kaum keinen Beitrag leisten, da ich gar nicht richtig weiß was Fasten ist. Aber mit Genuss kenne ich mich gut aus, denn Genuss ist meine Leidenschaft!

Genuss bedeutet aber auch, dass man ihn nicht ständig einfordert, also dann eben doch fasten! Ich nenne es aber Verzicht, und dies nicht um abzunehmen, oder wegen der Gesundheit, denn noch gesünder möchte ich eigentlich nicht werden. Ich verzichte immer wieder gerne, um den Kopf frei zu bekommen und meine Nachdenklichkeit zu festigen.

Mein Lieblingsgetränk ist übrigens Wasser und am besten schmeckt es mir aus dem Stuttgarter Wasserhahn. Dazu vielleicht noch ein leichtes Essen:

Gebratener Endiviesalat

  • 1 fester Endivie oder Romanasalat
  • 1 Schalotte in feinsten Scheibchen fein geschnitten
  • 1 EL Thymianblättchen
  • 125 ml Gemüsebrühe
  • 1 Spritzer Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer, Puderzucker
  • Butter

Vom Kopfsalat die äußeren unschönen Blätter entfernen, dann den Salat vierteln und den Strunk dran lassen.

In einer Pfanne mit etwas Butter die Salatviertel von allen Seiten kurz anbraten, mit Puderzucker bestäuben und karamellisieren, bis sie eine schöne Farbe annehmen. Schalotten und Thymian zufügen, mit der Brühe ablöschen und den Salat knapp 3 Minuten dünsten. Salatviertel herausnehmen und warmstellen Die Flüssigkeit in der Pfanne um die Hälfte einkochen, Zitronensaft untermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit etwas Butter abbinden und die Salatviertel damit begießen.

Guten Appetit beim Klimafasten!

Tag 29: SmartCity: Der Ausbau der Infrastruktur zur kommunalen Mobilfunkversorgung und Datenerfassung lässt den Energieverbrauch explodieren

14.03.2018, Beitrag von Peter Hensinger, Vorsitzender Diagnose Funk und BUND Kreisverband Vorstandsmitglied

Peter Hensinger:

Bundesregierung und Energieversorger versprechen, dass die digitale Vernetzung der Stadt mit intelligenten Energienetzen, dem vernetzten Verkehr, der Kommunikationstruktur dafür, zu großen Energieeinsparungen führen wird. Doch das Gegenteil ist der Fall. Nicht nur, weil schon allein die Herstellung der Milliarden Smartphones und Tablets und ihre kurzen Produktzyklen einen riesigen Ressourcenverbrauch bedeuten, nicht nur, weil diese Geräte hauptsächlich zur Werbung für noch mehr Konsum eingesetzt werden, sondern v.a. der Betrieb der Kommunikationsinfrastruktur frisst Energie. Diese neue Infrastruktur für die SmartCity und die Datenerfassung wird gegenwärtig auch in Stuttgart Zug um Zug aufgebaut, mit Smart City, Smart Mobility und Smart Home, Smart School und Digitaler Bildung, mit der 5 G-Mobilfunktechnologie und freiem WLAN, mit Smartphones, Tablets und Wearables. Beleuchten wir kurz die Hauptelemente:

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Tag 28: Mit dem Pedelec durch Stuttgart

13.03.2018, Beitrag von Dr. Christine Lehmann, Schriftstellerin, Radbloggerin, Stadträtin

Als ich 2006 zum ersten mal ein Pedelec fuhr, wusste ich: Das wird jetzt mein Fahrrad für Stuttgart. Anfangs fuhr ich nur zur Arbeit und zurück, Abenteuer genug, denn ich musste dabei die Stadt Stuttgart fürs Fahrrad entdecken.

Wo radelt man eigentlich? Anfangs mied ich befahrene Straße und suchte Nebenstraßen. Da lernt man eine Stadt schon mal sehr gut kennen. Unbekannte Ecken, schöne Straßen, Läden, Cafés. Das Pedelec wurde zu meinem Stadtauto, ich mache seitdem so gut wie alle Wege in der Stadt mit dem Fahrrad, auch den üblichen Wocheneinkauf. Das Fahrrad habe ich mir dafür passend gemacht mit regendichtem Container auf dem Gepäckträger. 2013 habe ich mich gefragt, warum Radfahrende so oft rote Ampeln missachten. Ich fuhr damals vom Ruderclub nach Hause: ein Stück Gehweg, der für Radler freigegeben war, ein paar Meter Fahrbahn, querte eine Fußgängerampel und eine Radlerampel, radelte durch den Schlossgarten, überquerte auf einem Radweg den Wilhelmsplatz, hoppelte durch Nebenstraßen und merkte: Wir wechseln durch alle Infrastrukturen, die mal für uns ausgelegt sind, mal eigentlich für Autos oder Fußgänger/innen, wir müssen ständig unser Fahrkonzept ändern. So werden wir zu Pfadfindern, und da sind dann auch Ampeln nur noch ein Angebot.

Deshalb habe ich mit meinem Blog "Radfahren in Stuttgart" angefangen. Ich schreibe über gute und schlechte Radwege, über Hindernisse, über Fahrradpolitik, über Fahrräder und Strecken, über Ärgernisse und Vorkommnisse, ich denke übers Radfahren nach und darüber, wie man es verbessern könnte. So bin ich mit unheimlich vielen Menschen in dieser Stadt in Kontakt gekommen. Radfahrende begegnen sich, sie schauen einander in die Augen, sie können jederzeit halten und miteinander reden. Auf dem Fahrrad ist man im Grunde wie ein Fußgänger unterwegs, nur schneller. Man kann überall hin abbiegen, überall halten, man kommt überall durch und ziemlich weit und ist immer mitten in der Stadt oder mitten im Grünen, immer mittendrin im Leben unter Leuten. Übrigens auch im Wetter. Ich spüre jeden Tag, wie das Wetter ist, und das tut gut in der Stadt, die sonst so viel Natur von einem fernhält. Kälte erfrischt, im Regen ist die Atemluft wunderbar, im Sommer riecht jede Ecke anders. Nie habe ich darüber nachgedacht, ob ich aufs Auto verzichte, aber oft habe ich es als Glück empfunden, aufs Fahrrad zu steigen und draußen zu sein, während andere in diesen Blecbkästen sitzen und nichts mitbekommen außer dem Auto vor ihnen. Das Fahrrad hat mein Leben erweitert und mich tief in die Stadt hinein gebracht. Schön, dass es diese Dinger gibt, und vor allem diese E-Räder, mit denen man wirklich jeden Berg hochkommt.

Tag 27: Duschen ohne das Badezimmer zuzunebeln

12.03.2018, Beitrag von Nadir Abdessemed, Klima-Ingenieur

Als Klima-Ingenieur berate ich Architekten und Städteplaner zum Nachhaltigen Bauen und entwickele innovative Energiekonzepte, von Schulen in Afrika bis hin zu ganzen Städten in Skandinavien.

Trotz aller technologischen Fortschritte stelle ich aber immer wieder fest, dass am Ende wirklich das Verhalten des Einzelnen im Alltag zählt, ob beim Reisen, Einkaufen, auf der Arbeit oder zuhause. Einer meiner persönlichen Vorsätze für das Klimafasten dieses Jahr ist, beim Duschen bewusst weniger Warmwasser zu verbrauchen. Eigentlich banal, aber ich habe verschiedene Ebenen der Warmduscher-Askese für mich entdeckt: weniger, kürzer und nicht ganz so intensiv, das gilt eigentlich für fast alle Dinge die mit Energie und Klima zu tun haben, wie z.B. Fliegen.

Aber um auf das Duschen zurückzukommen:

Aus dem Baumarkt habe ich für ein paar Euro einen Durchflussreduzierer gekauft. Er wird einfach vor den Duschschlauch geschraubt und macht nichts anderes als die Wassermenge auf eine wohldefiniertes Maß zu begrenzen. Selbst wenn man aus Gewohnheit den Duschhahn ganz aufdreht ist der Wasserstrahl einfach kleiner. Man kann den Widerstand ganz leicht einstellen, ich habe ihn so auf 70%. Und die Seife geht auch mit weniger Wasser runter. Die Investition der 5 Euro wird sich mit Sicherheit noch vor Ostern gelohnt haben.Eigentlich liebe ich ausgiebiges Duschen und lasse gerne mal das Wasser länger laufen. Damit die Idee des Verzichtes nicht zu kurz kommt: beim Einseifen jetzt aber Wasser aus, und wenn ich dann sauber bin nicht noch ein paar Minuten unter der schön warmen Dusche verweilen …Und natürlich: eben nicht mehr so heiß zu duschen. Das höchste der Gefühle ist natürlich die Kaltdusche, davon bin ich zwar noch weit von entfernt aber 30°C anstatt 38°C ist gar nicht so tragisch.

Alles in allem reduziere ich dadurch meinen Energieverbrauch fürs Duschen um mehr als die Hälfte. Außerdem ist das Badezimmer nicht mehr so zugenebelt, man muss weniger lüften, heizen und putzen …

Also, viel Spaß (aber nicht zuviel) beim Warmduschen!

Hier ein weiteres Angebot von einem Durchflussreduzierer.

Tag 26: Klimaschonende Nahrungsmittelerzeugung im urbanen Raum!

11.03.2018, Beitrag von Christoph Ozasek, Fraktionsgemeinschaft SÖS-LINKE-PluSim Stuttgarter Rathaus

Als Vegetarier, Tierfreund und experimentierfreudiger Mensch liegt mir dieökologische Agrarwende sehr am Herzen. Denn die Verpflichtungen zumglobalen Klimaschutz sind ohne konsequenten Bodenschutz und eine naturnaheLandbewirtschaftung nicht zu erfüllen. Eine besondere Herausforderung inurbanen Ballungsräumen, wo der Druck auf die Böden und die Nutzungskonkurrenz um vorhandene Flächen ohnehin hoch ist. Viele Modelle erprobe ich seit einigen Jahren, um meinen ökologischen Fußabdruck zuverringern, und einen Beitrag zum Klima- und Naturschutz zu leisten: Vom ökologischen Pachtacker bei Bauer "Klaus"in Möhringen (www.meine-ernte.de), über die biologische Bewirtschaftung eines Gütle im Kleingartenverein, bis hin zur Mitarbeit im städtisch geförderten "urban gardening"-Projekt im Rahmen des Soziale-Stadt-Gebiets Gablenberg. Alles wunderbare Wege, um vor Ort und in nachbarschaftlichem Miteinander Gemüse, Obst, Beeren und Kräuter zu ernten. Die Projekte sind nicht nur ökologisch vorteilhaft, sondern stärken zusätzlich die Community und den sozialen Zusammenhalt. Besonders Kinder kommen mit Natur in Kontakt und entwickeln ein Verständnis für natürliche Prozesse und die vielfältige Pflanzen- und Tierwelt die sie umgibt.

Doch jenseits des persönlichen Engagements ist die Frage derNahrungsmittelerzeugung eine Politische. Seit Jahren setze ich mich im Stadtrat für eine ökologische Bewirtschaftung städtischer Flächen und das Verbot des Totalherbizids Glyphosat ein. Es ist unkontrolliert verfügbar und wird in großen Mengen in unserer Umwelt ausgebracht. Die Ökotoxizität außerhalb des Labormaßstabs lässt sich kaum ermitteln. In Verbindung mit Insektiziden, wie der Gruppe der Neonikotinoide, findet ein bedenklicher Rückgang der Insektenpopulation statt, insbesondere bei den für die Bestäubung der Pflanzen wichtigen Bienenvölkern. Klar ist: Pestizide schädigen dauerhaft das Ökosystem unserer Stadt, beschleunigen das Artensterben auf totgespritzten Ackerflächen, und sie durchdringen den gesamten Nahrungskreislauf. Spätestens seit die Weltgesundheits-organisationdas Umweltgift Glyphosat als "wahrscheinliche krebserregend"eingestuft hat, stellt sich zusätzlich die Frage nach dem Vorsorgeprinzip. Denn das Herbizid ist selbst im Blutserum von Föten nachweisbar.

Ein erster Erfolg beharrlichen Drucks aus dem Rat ist die Untersagung desGifts im Wirkungsfeld der städtischen Ämter. Auch das Weingut der Stadt soll schrittweise ökologisch bewirtschaftet werden. Doch umstritten bleibt die Frage, ob auf den 633 Hektar an städtisch verpachteten Flächen ein generelles Verbot ausgesprochen werden soll. OB Fritz Kuhn möchte Äcker, Obstbauflächen und Weinberge bislang von einem Verbot ausnehmen. Doch gerade hier kommen große Mengen zum Einsatz. Die Auseinandersetzung um die biologische Vielfalt, den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen, und den Schutz der Gesundheit vor potentiell gefährdenden Stoffen geht also weiter. Mehr Einmischung der Bürgerschaft ist gefragt! Schreiben Sie der Stadtverwaltung und den Fraktionen, und fordern Sie ein konsequentes Verbotvon Glyphosat und Neonikotinoiden auf den Flächen im Besitz der Stadt. Denn ökologisches Wirtschaften ist der wichtigste Beitrag zum Ressourcen- und Klimaschutz!

Tag 25: Die LED-Tauschaktion: Stuttgart unterstützt Bürger/innen beim „Klimafasten"

10.03.2018, Beitrag von René Hahn, Sachgebietsleiter Energiekonzept der Landeshauptstadt Stuttgart

Die Landeshauptstadt Stuttgart hat ambitionierte Klimaschutzziele: bis 2050 möchte sie klimaneutral werden! Auf dem Weg dahin ist noch einiges zu tun und die Stadt, ihre Bürger und die Industrie müssen gemeinsam mitanpacken, damit das Ziel erreicht werden kann. Dafür ist es wichtig, stets das große Ganze im Blick zu haben, aber auch niederschwellige Maßnahmen sollten nicht unterschätzt werden.

Eine solche Maßnahme ist die LED-Tauschaktion des Amts für Umweltschutz, die ein Bestandteil zur Umsetzung des städtischen Energiekonzepts "Urbanisierung der Energiewende in Stuttgart" ist. Bürgerinnen und Bürger können bis zu 3 Glühbirnen kostenlos gegen effiziente LEDs eintauschen. Dadurch sparen sie künftig pro LED rund 40 kWh Strom, 20 kg CO2 und 10 € Stromkosten pro Jahr ein. Im letzten Jahr wurden im Rahmen der LED-Tauschaktion ca. 1.700 Glühlampen gegen LEDs getauscht. Das entspricht einer Ersparnis von 65.000 kWh pro Jahr und dem jährlichen Stromverbrauch von 18 Vierpersonenhaushalten. Die LED-Tauschaktion wurde bereits 2016 ins Leben gerufen und ist seitdem ein wichtiger Bestandteil bei Veranstaltungen der Stadt Stuttgart zum Thema Klimaschutz.

Näheres unter: www.stuttgart.de/energiekonzept. Kontakt: energiekonzept@stuttgart.de

Tag 24: Von der Theorie zur Praxis

09.03.2018, Beitrag von Iris Lewandodski, Professorin und stellvertretende Rektorin der Universität Hohenheim

Zu meinen Lehrthemen an der Universität Hohenheim gehören auch "Ökobilanzen"- Damit kann ich meinen Studierenden genau erklären, wodurch wie viele CO2-Emissionen verursacht und auch eingespart werden können. Sicherlich finden diese es schon lästig, dass ich sie in fast jeder Vorlesung zum Thema Nachhaltigkeit frage, ob sie "mal wieder" mit dem Auto an die Uni gekommen sind oder ob sie es diesmal geschafft haben, öffentlich - oder wie ich (meist) - mit dem Fahrrad zu kommen.

Aber zurück zum Thema Ökobilanzen - hierdurch zeigte sich, dass in Deutschland ein Drittel der CO2-Emissionen aus der Beheizung unserer Gebäude stammen. Logischerweise ist das ein guter Ansatz, um CO2-Emissionen zu sparen. Darum stelle ich die Heizung immer nur dann in meinem (recht schlecht isolierten) Büro in der Uni ein, wenn ich auch da bin - und stelle sie aus, wenn ich nicht da bin, vor allem übers Wochenende. Dazwischen ist es dann zwar - vor allem in diesen letzten kalten Februartagen - zeitweise recht kalt in meinem Zimmer. Das kann ich aber gut durch eine lange Unterhose überbrücken, die man auch unter einer schicken Hose gut tragen kann.

Tag 23: Interview zertifizierter Ökostrom

08.03.2018, Beitrag von Hans- Wolf Zirkwitz, Leiter beim Amt für Umweltschutz

Tag 22: Interview mit dem Fahrrad unterwegs

07.03.2018, Beitrag von Veronika Kienzle, Bezirksvorsteherin Mitte

Tag 21: Ich fühlte mich auch als Ex-Stuttgarter, nun Großraumstuttgarter, von der Aktion angesprochen.

06.03.2018, Beitrag von Michael Röck, Backnang, Lehrer in S-Bad Cannstatt

In Backnang herrscht in den letzten Jahren ein ungebremster Bauboom, welcher zu starker Stadtverdichtung und damit zu einer starken Versiegelung von Flächen führt. Im Zuge des Klimawandels wird vermehrt auftretender Starkregen Probleme bei der Abführung von Oberflächenwasser bringen. Dagegen wollte ich etwas tun und habe in den letzten Jahren in Eigenleistung eine 4,5m³ fassende Zisterne und eine mindestens 3m³ fassende Sickergrube auf meinem Grundstück gebaut. Die Trinkwassereinsparung und der Nutzen für die Gartenbewässerung und Entwässerung liegt hierbei auf der Hand. Allerdings hatte ich bei der harten Arbeit und der Anschaffung der teuren Materialien immer die Frage im Hinterkopf, ob sich dies tatsächlich auch finanziell rechnet.

Ende Januar erhielt ich nun von der Stadt Backnang ein Schreiben zur Berechnung der Niederschlagswassergebühr. Hier konnte ich durch Zisterne sowie Sickergrube einiges einsparen, da mein Regenwasser eben nicht in dieKanalisation abgeführt werden muss. So rechnet sich mein Engagement doppelt: Weniger Niederschlagswassergebühr und kostenloses Wasser für die Gartenbewässerung.

Tag 19: Gedünsteter Rosenkohl als saisonale Beilage

04.03.2018

Zutaten fur 2 Portionen:

  • 1/2 kg Rosenkohl

  • 10g Butter

  • 1/4 TL Zucker

  • 1/2 Zwiebel

  • Salz, Pfeffer, Muskat

  • 1/4 Tasse Fleischbrühe

  • 1/2 EL Petersilie, gehackt

Zubereitung:

Den Rosenkohl putzen, waschen und abtropfen lassen. Die Butter im Topf schmelzen, Zucker und Zwiebelwürfel dazu geben und die Zwiebeln glasig anlaufen lassen. Den Rosenkohl dazu geben und unter häufigem Rühren 5 Minuten braten. Mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Die Fleischbrühe angießen und den Rosenkohl darin bei milder Hitze noch 10-12 Minuten dünsten.

Tag 18: Nachhaltige Stadtführung mit Jürgen Merks, Umweltreferent beim BUND Regionalverband Stuttgart

03.03.2018 Veranstaltung

Wir können auch anders - einkaufen!
Eine BUND-Führung zu Konsum, Lebensstil und Verbrauchermacht".

Immer mehr Masse statt Klasse beherrscht die heutige Konsumwelt. Tradition geht – Globalisierung kommt. Und mit ihr unverantwortlicher Rohstoffverbrauch, Arbeitsbedingungen und Umweltschäden. Politik und Wirtschaft geben trotzdem unreflektiert die Parole aus: kaufen, kaufen, kaufen. Wirtschaftswachstum gegen Wirtschaftskrise. Eine simple wie gefährliche Lösung für unseren Planeten und den auf ihr lebenden Menschen. Die Frage stellt sich: Überlebt die Erde meinen Einkauf? Gibt es Alternativen zu den zahlreichen Konsumfallen? Wie kann der Kunde seine Macht zugunsten von Umweltschutz statt Umweltschmutz beim Einkauf nutzen?

Wann? Samstag, 17.3.2018,  11.00- 12:30 Uhr

Wo? Vor der Tourist Information i-Punkt am Ausgang der Klettpassage am Hbf, Königstraße 1 A, 70173 Stuttgart

Anmeldung unter: info@bund-stuttgart.de bis Dienstag, 13.03.2018

Tag 17: Unterwegs im Buchenwald - prima CO2 Speicher!

02.03.2018, Beitrag von Ute Vogt, Mitglied des Deutschen Bundestages

Stuttgart hat eine besondere Topographie. Wenn man in der Stadt unterwegs ist, geht es so gut wie immer bergauf oder aber bergab. Das schreckt so manchen Fahrradfahrer. Durch die berühmte Kessellage hat Stuttgart zudem eine höhere Feinstaubbelastung als andere Städte. Die Autostadt Stuttgart hat ein riesiges Verkehrsproblem. Und noch nicht den Mut gefunden, um offensiv gegenzusteuern.

Daher mache ich in Stuttgart "Autofasten" und zwar auch außerhalb der Fastenzeit. Ich nutze in der Regel Stadtbahn und S-Bahn und ergänze den ÖPNV mit einem elektrischen car2go oder einem Elektro-Rad. Mit letzterem bewältige ich auch die Stuttgarter Höhen und Tiefen. So werden unsere Hügel und Täler alltagstauglich auch für Radler*innen. Leider ist in Stuttgart das Fahrrad noch nicht sehr gut mit dem ÖPNV kombinierbar, denn gerade zu Bürozeiten muss das Fahrrad draußen bleiben.

Elektromobilität kann gerade bei uns ein wichtiger Baustein sein, um die Schadstoffprobleme in unserer Stadt zu reduzieren. Hilfreich ist bei dieser Mammutaufgabe auch der Wald rund um Stuttgart. Den erschließe ich mir gerne zu Fuß mit unserem Hund Gretel. Das stärkt die Lunge und sorgt für freie Gedanken. Der Wald ist nicht nur Stuttgarts Naherholungszone und Frischluftspender, sondern mit einer Fläche von rund 5.000 Hektar auch ein prima CO2-Speicher.

Tag 16: Vegetarisch in der Schule

01.03.2018, Beitrag von Helena Schmidt, Schülerin am Heidehofgymnasium Stuttgart, Klasse 10

Beim Stichwort "Klimaschutz" verdrehen Schüler normalerweise die Augen und schalten ab. Denn wir werden in fast allen Fächern damit bomardiert. Die Fakten werden hinuntergerattert, sodass man in seiner Freizeit froh ist, das Thema ablegen zu können. Um der Schule zu helfen, habe ich in der Klima-AG die Anderen überzeugen können, das Projekt "Klimafasten" einzuführen.

Schüler und Lehrer werden sich zwei Wochen lang vegetarisch ernähren. Sogar die Schulkantine macht mit! Jeden Tag gibt es auf unserer Instagramseite updates: fleischlose Rezepte, motivierende Sprüche. Bald werden Schüler beim Stichwort "Klimaschutz" nicht die Augen verdrehen, sondern sich gemeinsam über ihr Erfolge freuen.

Tag 15: Im Alltag CO2 einsparen

28.2.2018, Beitrag von Patricia Gotterbarm, Bundesfreiwillige beim BUND Kreisverband Stuttgart

Früher habe ich mir kaum Gedanken über die Natur, das Essen oder das Klima gemacht.
Ich habe zwar schon immer geschaut, woher die Lebensmittel kommen, mehr aber auch nicht.
Ein Auto habe ich selbst noch nicht, also bin ich auch nicht verantwortlich für den Klimawandel.

Dabei ist jeder gefragt!
Als mir das bewusst wurde, bin ich beim Essen auf vegetarisch umgestiegen, achte beim Einkaufen viel mehr auf meinen Plastikverbrauch, weil ich denke ob ich die zwei Tomaten jetzt in einer Plastiktüte oder einfach so nach Hause transportiere, macht mir nichts aus, der Umwelt schon.

Im Alltag auf Kleinigkeiten zu achten die CO2 einsparen macht Spaß, probiert es selbst aus. Zudem sollte man sich immer vor Augen halten dass Kleines Großes bewirken kann, so auch beim CO2.

Tag 14: Plastik

27.2.2018, Beitrag von Philipp Quarz

Plastik hat nicht nur große Auswirkungen auf die Verschmutzung der Meere, auch die CO2-Bilanz bei der Herstellung ist beachtlich. Pro Plastiktüte werden 120g CO2 in unsere Atmosphäre ausgestoßen. Eine Stofftüte hat eine bessere CO2-Bilanz, sobald sie mehr als 30 mal benutzt wird. [1].

Nun verwende ich schon seit vielen Jahren Stofftüten zum Einkaufen und kaufe auch keine Getränke in Einwegplastikflaschen mehr. Mit diesen beiden Punkten lässt sich die persönliche Plastik- und CO2-Bilanz schon erheblich verbessern. Es gibt jedoch noch weitaus mehr Bereiche, in denen auf Plastik verzichtet werden kann. Hierzu gibt es viel Literatur, sowohl online als auch zum In-der-Hand-halten. Ein großer Posten geht auf Lebensmittel zurück. Obst und Gemüse unverpackt einkaufen funktioniert mit der eigenen Stofftüte mittlerweile fast überall. Selbst die Discounter bieten immer mehr unverpacktes Obst und Gemüse an.

Ich benutze seit einiger Zeit Gläser (ehemals gekauft mit Gurken, Marmelade etc.) als Aufbewahrungsmittel anstelle von Plastikbehältern. Die Gläser eignen sich auch gut zur Aufbewahrung von Vorratslebensmitteln wie Reis und Müsli. Ich friere gerne Brot ein, so habe ich mir aus alten Stoffresten ein paar Taschen zur Aufbewahrung genäht. Dafür benötige ich nun keine Plastikgefrierbeutel mehr. Ich versuche auch, beim Einkaufen den Plastikanteil gering zu halten, was vor allem bei Joghurt und Pudding die Auswahl erheblich einschränkt. Die Industrie hat den Trend des Plastikverzichts erkannt und wird in den kommenden Jahren vermutlich viele Waren in alternativen Verpackungen anbieten können.

Jeder hat die Wahlfreiheit, im eigenen Ermessen seinen Plastikkonsum zu reduzieren. Es hilft, mit ganz einfachen Sachen anzufangen. Das Ziel, gar kein Plastik mehr zu verwenden, ist meines Erachtens unrealistisch. Aber man kann den Verbrauch Stück für Stück reduzieren und somit einen persönlichen Beitrag zur Verbesserung des Weltklimas beitragen.

[1] https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/oeko-bilanz-papier-so-schlecht-wie-plastiktueten

Tag 13: Was schmeckt mir – und was dem Klima?

26.2.2018, Beitrag von Nadine Derber, Klimaschutzmanagerin des Landkreises Böblingen

Die Ernährung hat einen immensen Einfluss auf die persönliche CO2 Bilanz. Als Klimaschutzmanagerin weiß ich um die Wichtigkeit jedes Einzelnen beim CO2-sparen und möchte meinen Beitrag dazu leisten und verbessern. Und da ich gerne und auch täglich esse, wollte ich diesen Bereich in meinem Leben verändern. Mein Lebenspartner und ich kochen daher mehrmals in der Woche vegane Mahlzeiten. Einerseits um unseren Konsum an tierischen Lebensmitteln zu verringern und damit CO2 zu fasten und andererseits um uns selber etwas Gutes zu tun.

Mit vollwertigen veganen Gerichten fühlen wir uns frischer und nach dem Essen angenehm satt und nicht so vollgestopft, wie ihr das nach Schweinbraten mit Knödeln oder eine dicken Käsepizza vielleicht auch kennt. Wer jetzt denkt -"was kann ich denn dann bloß noch essen?" - dem gebe ich folgende Hinweise: Chinakohl-Apfel-Sellerie-Schiffchen, Kohlrabi-Schnitzel, Polenta-Nuggets oder thailändische Ge

 

müse-Currys und vieles mehr. Mittlerweile ist mein Gericht für veganes Grünkern-Chili bei unseren Freunden und unserer Familie schon berühmt.

Ich kann nur jedem Menschen empfehlen die vegane Ernährung einmal für sich zu testen.   

CO2- Einsparung: ca. 0,5t/ Jahr

Tag 12: Klima schützen sollte Spaß machen

25.2.2018, Beitrag von Cornelius Kuppler, Entwicklungsleiter

Am besten funktioniert Klima schützen, wenn es Spaß macht. Sich vielleicht sogar ein bisschen elitär anfühlt. Vor zehn Jahren ging es darum, unter den ersten zu sein, die (damals noch unglaublich lichtschwache) LED-Lampen einbauen. Hat Spaß gemacht!

Heute gibt es herrliche Spielereien bei der Heizungungsregelung. Im einfachsten Fall eine Zeitschaltuhr. Bei uns seit letztem Winter die Smart-Home-Variante mit App-Steuerung. Heizung an, wenn man zuhause ist, Heizung reduziert, wenn man unterwegs ist. Mehr Komfort, weniger Energieverbrauch.

Meine Großmutter heizte einfach nur einen Raum, der Rest des Hauses blieb kalt. Diese Energiebilanz werde ich eher nicht toppen. Aber das muss auch nicht sein...

Tag 11: Probieren statt forcieren: die Fastenzeit nutzen, um Neues auszuprobieren

24.02.2018, Beitrag von der Familie Böhm- Bezing

Vielleicht kennen Sie das auch. Man kommt müde von der Arbeit, hat keine Lust zu kochen und möchte trotzdem etwas Warmes auf den Tisch bringen. Der Metzger liegt auf dem Weg. Ein paar Würstchen oder ein Schnitzel ist schnell gemacht, die Bandnudeln dazu auch. Nur der Salat muss gewaschen werden, und im Notfall kann man bereits gewaschenen Salat nehmen. Im Nu hat man ein vorzeigbares Essen, das allen schmeckt. Doch wir wissen, so richtig gesund ist ein solches Essen nicht, umweltfreundlich schon gar nicht. Die Menge an Treibhausgasen, die die immer weiter steigende Massentierhaltung verursacht, ist erschreckend. Die Fläche, die diese Nutztiere brauchen, geht teilweise zu Lasten von Urwäldern. Wir wissen das, aber es ist so schwer, sich von festgefahrenen Mustern zu trennen...

Ich weiß nicht mehr wie ich darauf gekommen bin, vor gut 12 Jahren die Fastenzeit einhalten zu wollen. Ich bin gar nicht katholisch, damals nicht einmal Heilpraktikerin. Es war mir aber ein starkes inneres Bedürfnis mal auszuprobieren, wie es sich anfühlt, auf etwas zu verzichten. Neben Alkohol und Zucker habe ich (und dadurchdie ganze Familie) auf Fleisch verzichtet. 40 Tage lang Rezepte für vegetarische Gerichte auszusuchen, Zutaten einzukaufen und Gemüse mühsam zu schnipseln war wirklich hart. Aber wir blieben hartnäckig und es hat sich gelohnt. Nicht nur waren wir auf unser Durchhaltevermögen stolz, sondern wir haben auch sehr gut gegessen. Und noch etwas: Am Anfang haben wir nur in der Fastenzeit auf Fleisch verzichtet. Jetzt verzichten wir die meiste Zeit darauf. Fleisch gibt es bei uns höchstens am Wochenende, als Sonntagsbraten. Mittlerweile habe ich einen großen Rezeptfundus von vegetarischen Gerichten, die ich schnell und/oder gerne koche. Kochen ist keine Last mehr; ich finde es sehr entspannend und genieße den Gedanken, dass ich etwas Leckeres und Gesundes auf den Tisch bringe und gleichzeitig etwas für unsere Umwelt tun kann.

Tag 10: "Keine Schneeflocke in der Lawine wird sich je verantwortlich fühlen." -Stanisław Jerzy Lec, polnischer Lyriker

23.2.2018, Beitrag von Anna Christmann, seit Oktober Bundestagsabgeordnete der Grünen

Ich bin überzeugt, dass uns vor allem die klugen Ideen vieler Menschen helfen, die große Menschheitsaufgabe unserer Generation, die Entkopplung von Wachstum und Wohlstand vom Ressourcenverbrauch, zu erfüllen.

In meinem Alltag als Abgeordnete besuche ich viele junge Gründer*innen und Unternehmen, die mit pfiffigen Ideen und enthusiastischen Projekten jeden Tag daran arbeiten, unsere Welt ein wenig lebenswerter zu machen. Laut dem Branchennetzwerk StartGreen haben sich in den letzten acht Jahren über 170.000 Unternehmungen gegründet, die sich mit nachhaltiger Entwicklung beschäftigen und dabei über eine Million Arbeitsplätze geschaffen. Wir brauchen mehr Räume und viel bessere Rahmenbedingungen für nachhaltige Innovationen und Social Entrepreneurship. Neue Technologien wie die Digitalisierung bieten uns viele Möglichkeiten für mehr Nachhaltigkeit in Wirtschaft, Verwaltung und auch in unserem Privatleben.

So bieten beispielsweise verschiedene CO²-Rechner die Möglichkeit, seinen eigenen ökologischen Fußabdruck oder Rucksack zu messen, und liefern ganz nebenbei viele kleine praktische Tipps, wie man selbst einen kleinen Beitrag zur Emissionsminderung leisten kann. Die intelligente Steuerung von Stromnetzen (Smart-Grids) hebt das volle Potenzial der Energiewende, indem Leistungsschwankungen bei Erzeugung, Speicherung und Verbrauch von Strom optimal aufeinander abgestimmt werden.

Smart-Home-Steuerungen bieten Verbraucher*innen die Möglichkeit, die Heizung herunterzufahren, wenn sie nicht zu Hause sind, und so Energie einzusparen.

Bei alldem muss man steigende Strombedarfe für neue Technologien wie Blockchain im Blick behalten. Auch hier bedarf es Strategien, wie wir zum einen diese Energie aus erneuerbaren Quellen gewinnen können und zum anderen den exorbitanten Energieverbrauch durch kluge technische Lösungen vermeiden.

Mit Blick auf eine mögliche neue Groko bin ich in diesen klimapolitisch schwierigen Zeiten dankbar, dass es weiterhin Menschen gibt, die einfach machen und einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten, während sich die Politik ihm verweigert.

Es fängt bei jeder/m Einzelnen zu Hause an. Mir persönlich fällt es am leichtesten, aufs Auto zu verzichten. Rad und ÖPNV sind in den meisten Städten gute Alternativen. Zudem denke ich immer häufiger daran, meine eigene Wasserflasche aufgefüllt mitzunehmen. Jede weniger gekaufte 0,5l-PET-Flasche spart 0,08 kg CO2. Das steht praktischerweise sogar auf meiner nachfüllbaren Trinkflasche drauf.

Wenn sich die Politik endlich im Großen und jede und jeder von uns im Kleinen aufmachen, können wir gemeinsam die Lawine auslösen, die es schafft, den Klimawandel noch zu begrenzen.

Danke an alle, die sich dafür engagieren.

Tag 9: Kein „Weicheiergemüse“ in der kalten Jahreszeit

22.2.2018, Beitrag von Clarissa Seitz (Dipl.-Psychologin), BUND- Vorstandsmitglied

Die Anzahl der Bioläden in Stuttgart und anderswo nimmt erfreulicherweise zu. Ich selbst kaufe dort regelmäßig ein. Was mir auffällt ist, dass in den Wintermonaten das Angebot von Paprika, Tomaten, Auberginen, Kopfsalat, etc. fast genauso umfangreich ist, wie sonst.

Dieses Sommergemüse wird von "bewussten" Bioladen-Käufern eifrig gekauft, ist ja Bio und zum Teil sogar regional. Das stimmt tatsächlich, viele der genannten Gemüse kommen aus der Region - jedoch nicht vom Freilandacker, sondern aus beheizten Gewächshäusern.

Bei Radtouren im Strohgäu, im Remstal oder auf den Fildern wird deutlich, dass die Felder immer mehr unter Glas und Folien verschwinden. Neben dem enormen Heizenergieeinsatz bedeutet diese Anbaumethode für viele Tiere wie Rebhuhn, Feldhase und Feldlerche die absolute Katastrophe in Bezug auf Lebens- und Nahrungsraum.

Deshalb kommt bei mir in den kälteren Monaten nicht das genannte "Weicheiergemüse" in den Einkaufskorb, sondern frostrobuster Feldsalat, Lauch, Wirsing und die enorme Vielfalt der Kohlarten. Besonders lecker finde ich Rosenkohl. In Rommelshausen vor der Toren Stuttgarts befindet sich eine der größten Anbauflächen Deutschlands - ohne Glas und Folie. Meine Zauberformel beim Essen in punkto CO2-Sparen heißt: Bio, regional, saisonal und pflanzenbasiert.

Tag 8: Umstieg auf das Fahrrad

21.2.2018, Beitrag von Ralf Bültge-Bohla, Klimaschutzmanager Reutlingen

Seit nunmehr drei Jahren bin ich Klimaschutzmanager für die Stadt Reutlingen.

Meine Aufgaben sind dabei ebenso vielseitig wie mein Zielpublikum.

Die Menschen für das Thema Klimaschutz zu sensibilisieren und dafür zu begeistern, selbst aktiv zu werden, ist dabei eines meiner wichtigsten Themen.

Klimaschutz geht uns alle an und jeder kann seinen eigenen wichtigen Anteil dazu beitragen.

Hierfür ein einfaches Beispiel, das nicht nur dem Klima hilft:

Viele unserer täglichen Fahrten mit dem Auto sind Kurzstrecken mit 5 bis 10 Kilometer. Nachdem der Frühling nun immer näher rückt, wäre das doch die Möglichkeit, öfters auf das Fahrrad umzusteigen. Sie vermeiden somit schädliche Emissionen, sorgen für eine bessere Luft und gleichzeitig tun Sie was für ihre eigene Gesundheit und ihre Fitness.

Mit einem Pedelec sind unsere Hügel und Berge mittlerweile auch kein Problem mehr und mit den vielseitigen Angeboten vom Lastenrad bis zum Klapprad gibt es für alle Einsatzbereich das passende Fahrrad.

Im Rahmen der Aktion Stadtradeln Reutlingen konnten wir im letzten Jahr zusammen mit mehr als 700 Radlerinnen und Radler über 23 Tonnen CO2 einsparen.

Probieren Sie es aus. Seien Sie mit dabei und steigen Sie um!

Tag 7: "Den größten Reichtum hat, wer arm an Begierden ist." Seneca

20.2.2018, Beitrag von Steffen Mülling

Hast du es gerne bequem und stressfrei? Und du könntest eventuell zugeben, dass du ein kleines bisschen faul bist? Du lässt dir Dinge, die du haben willst, gerne nach Hause liefern? Zu deiner Wunschzeit, nämlich wenn du gerade daheim bist? Schön wäre so etwas wie eine Sofort-Lieferung, wenn du gerade das entsprechende Verlangen verspürst - und nicht erst ein bis drei Tage später?-Wunderbar!

Wenn die fragliche Lieferung wesentlichen Einfluss auf dein Wohlbefinden, deine Gesundheit oder sogar dein Leben hätte, was wärst du bereit für diesen Lieferdienst zu bezahlen? So gut wie nichts?-Perfekt!

Bestelle jetzt: Trinkwasser! Lieferung frei Haus, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Staatlich regelmäßig kontrollierte Qualität.

Der Preis?- Wenige Euro für den kompletten Jahresbedarf.

Die Alternative: Vom Sofa aufstehen, Schuhe anziehen, Auto aus der Garage holen, zum Getränkehändler fahren, viele Euro bezahlen, Kisten ins Auto wuchten, Kisten zu Hause in den Keller wuchten - erschöpft auf's Sofa sinken.

Die sportliche Alternative: Du wolltest dich eh mal wieder sportlich betätigen- Lass das Auto stehen, nimm dafür dein Fahrrad und deinen Rucksack. Dann hast du dir das Sofa danach auch verdient!

Anmerkung der Redaktion: Die Bereitstellung von Leitungswasser verursacht erheblich geringere Umweltbelastungen als die von Mineralwasser aus der Region. Der Konsum anderer Getränke (Softdrinks, Säfte, Alkohol) oder von Mineralwasser, das weite Transportwege zurücklegen muss, verursacht nochmal deutlich höhere Belastungen als der von regionalem Mineralwasser.

Quelle: Jungbluth N., König A., Doublet G. (2014) Ökobilanz Trinkwasser: Analyse und Vergleich mit anderen Getränken wie Mineralwasser. ESU-services im Auftrag des Schweizerischer Verein desGas- und Wasserfachs SVGW.

Tag 6: Autofrei durch Stuttgart

19.2.2018, Beitrag von Christian Petersohn, Bürger aus Zuffenhausen und BUND- Vorstandsmitglied 

Ich lebe bereits seit April 1988 ohne eigenes Auto und kann jedem empfehlen es auch zu tun. Neben den Vorteilen für die Umwelt, die ein Autoverzicht mit sich bringt, befreit es auch ungemein, denn es entfallen so lästige Dinge wie Parkplatzsuchen, Autowaschen, jährliche Reifenwechsel und sinnfrei im Staustehen. Natürlich schont es auch die Nerven und den Geldbeutel, denn unter dem Strich kostet ja ein Auto ca. 500 € im Monat (VW Golf). Mit VVS-Jahreskarte und Tickets für DB und anderen Fahrscheinen komme ich nicht mal auf ein Drittel der Autokosten.

Und es macht ein gutes Gewissen, denn ich decke meine Mitbürger nicht mit Lärm, Abgasen und unnötiger Hektik ein, die der massenhafte Autoverkehr mit sich bringt. Bleibt zu hoffen, dass die neue Bundesregierung, flankiert von entsprechenden Gerichtsurteilen, endlich wirksam etwas gegen die krankmachende Auto-Flut unternimmt. Beim Auto ist natürlich viel Irrationalität im Spiel, sonst hätten wir ja nicht diese unnützen SUVs im Stadtverkehr, aber beim Nichtraucherschutz hat ja auch ein Mentalitätswechsel stattgefunden. Rauchen beim Essen im Lokal ist heute undenkbar.

Also, einfach mal klein anfangen und in der Feinstaubsaison das günstige VVS-Einzeltagesticket nutzen.

Tag 5: Geld regiert die Welt - Moralisch sinnvoll eingesetzt lässt sich mit Geld viel Gutes bewirken!

18.2.2018, Beitrag von Thorsten Haberecht, Aktiver im Arbeitskreis Lebenswerte Stadt und Mitorganisator der Aktion Klimafasten

Die meisten von uns haben ein Budget von mehreren zehntausend Euro pro Jahr zur Verfügung. Dieses geben wir aus für Wohnen, Mobilität, Konsum und andere Lebensbereiche.

All diese Ausgaben haben Folgen. Sie wirken auf unsere Umgebung - auf lokaler, regionaler und globaler Ebene.

Wir haben die Wahl, wem wir dieses Geld anvertrauen oder in was wir es investieren. Wir können unsere Miete an eine Wohnungsbaugenossenschaft überweisen oder an einen Privatinvestor mit Steuersitz auf Malta. Wir können mit unseren Mobilitätsausgaben die deutsche Automobilindustrie stärken, oder zum Ausbau des ÖPNV-Netzes beitragen. Wir können Arbeitsplätze in Supermärkten und bei Paketdienstleistern sichern, oder unser Geld lokalen Landwirten und Gewerbetreibenden zukommen lassen.

Oft genug existieren Zwänge, die uns kaum eine Wahl lassen. Oft genug aber haben wir diese Wahl. Oftmals gibt es kein klares Gut oder Schlecht. Manchmal aber schon.

Lassen Sie uns unser Geld überlegt einsetzen - für eine bessere und zukunftsfähige Welt!

Ich selbst versuche seit Jahren, meinen Konsum auf das als wirklich notwendig empfundene Maß zu reduzieren - insbesondere wenn es um Dinge geht, die ressourcenintensiv erzeugt, oder nach Gebrauch aufwändig entsorgt werden müssen. Für das diesjährige Klimafasten habe ich mir vorgenommen, mich intensiv mit dem Thema nachhaltige Geldanlage auseinanderzusetzen. Einem Bereich, in dem es um große Summen über lange Zeiträume geht. Genügend Potential also für sinnvolle Veränderungen!

Tag 4: Zu einem nachhaltigen Stromanbieter wechseln

17.02.2018, Beitrag von Patty Klemenz, Musiker und Unternehmer

Das Tierwohl liegt mir besonders am Herzen. Und was in deutschen Ställen abgeht, geht einfach gar nicht. Deshalb ernähre ich mich schon lange vegan und reduziere so gleichzeitig meinen ökologischen Fußabdruck.

Finde es übrigens super, dass sich der BUND so sehr gegen Massentierhaltung einsetzt!

Und dank eurer Klimafasten Aktion konnte ich mich endlich mal aufraffen, zu einem nachhaltigen Stromanbieter zu wechseln...als Selbstständiger ist Zeit ein knappes Gut und umso wichtiger ist der Motivationsschub durch eure Aktion! Vielen Dank!

Tag 3: Steife Brise zwischen der Unterwäsche

16.02.2018, Beitrag von Gerhard Pfeifer(Biologe), Geschäftsführer beim BUND Regionalverband

Wäschetrockner sind im Haushalt ein großer Stromfresser - auch in der Produktion der aufwändigen Geräte steckt ein nicht unerheblicher ökologischer Fußabdruck an Energie-und Rohstoffverbrauch. Deshalb haben wir auf eine Anschaffung in unserem Haushalt verzichtet.In den wärmeren Monaten trocknen wir unsere Wäsche auf der Wäscheleine auf dem Balkon - Wäsche riecht danach einfach super - in den Wintermonaten im Kellerraum in Kombination mit einem einfachen Ventilator. Wichtig ist auf ausreichende Belüftung durch gekippte Kellerfenster zu sorgen.Die Trocknungszeit kann man damit wesentlich beschleunigen.

Der Stromverbrauch des Ventilators ist relativ gering 40 Watt pro Stunde bzw. 10 KWh pro Jahr. Auch der Anschaffungspreis von ca. 20 Euro ist extrem günstig im Vergleich zu Wäschetrocknern - sie kosten im Schnitt ca. 900Euro und verbrauchen bei durchschnittlicher Nutzung ca. 250 KWh pro Jahr. Im Vergleich sparen wir also 230 Kilowattstunden pro Jahr bzw. rund 60 Euro, wenn man den Anschaffungspreis noch einkalkuliert rund 130 Euro jährlich pro Jahr.

Ein weiterer Vorteil dieser "Simpel-Trockenmethode" ist, dass die Textilien weniger verschleißen. In dem "Trommelwirbel" der Wäschetrockner ist der mechanische Abrieb enorm und bei synthetischen Stoffen produziert man dadurch ungewollt eine Menge Mikro-Plastikmüll.

Tag2: Der Klimawandel ist eine der drängendsten Fragen unserer Zeit.

15.02.2018, Beitrag von Brigitte Dahlbender, Landesvorsitzende des BUND in Baden- Württemberg

Jeder kann oft ohne große Hindernisse einen Beitrag für den Klimaschutz leisten. Klimaschutz bedeutet nicht nur Verzicht, sondern bereichert auch unser Leben.
In meinem Alltag setze ich auf regionales und saisonales Obst und Gemüse. Das heißt auf Kirschen im Dezember kann ich gut verzichten.

Innerhalb meines Wohnortes Ulm gehe ich zu Fuß, nehme das Fahrrad oder bei Regen auch den Bus. Für längere Strecken wie nach Stuttgart steige ich lieber in den Zug als ins Auto. Im Winter drehe ich in meiner Wohnung die Heizung etwas runter und ziehe mir einen Pullover an.

Tag 1: Auch bei schlechtem Wetter kann man radeln…

 

14.2.2018, Beitrag von Andrea Lindel, Bezirksvorsteherin in Plieningen-Birkach

Ich kaufe samt Einkaufstasche auf dem Wochenmarkt ein, kaufe den Rest in der Stadt und nur im äußersten Notfall im Internet, ziehe Kaffee in einem Café jedem Becher To-go vor, bin schon lange bei einem nachhaltigen Stromanbieter und mein Fleischverbrauch pro Jahr wiegt weniger als ein Kaninchen….  

Meist schaffe ich es auch, ins Büro zu radeln. Zumindest bei trockenem Wetter. Aber wenns morgens schon regnet, dann sitzt der innere Schweinehund neben der Haustür und winkt mit dem Autoschlüssel. Oft erfolgreich….
 
Deshalb habe ich beschlossen, während der Fastenzeit einfach dem Wetter zu trotzen und bei jedem Wetter ins Büro zu radeln. Einfach Regenklamotten anziehen und dem Schweinehund eine lange Nase zeigen und losradeln.
 
Fürs Klima zählt jede Maßnahme. Auch jede noch so kleine. Viel Erfolg beim Überwinden Ihres inneren Schweinehundes!

Wir vom Arbeitskreis Lebenswerte Stadt des BUND Stuttgart arbeiten daran, unsere Stadt lebenswerter zu machen. Dabei wurde uns der enge Zusammenhang zwischen Klimaschutz und lebenswerter Stadt bewusst. Komm doch mal vorbei und mach mit! Wir treffen uns immer am ersten Montag im Monat um 18 Uhr im Umweltzentrum Stuttgart.