Mehr Klimaschutz und Tierwohl durch geringeren Fleischkonsum

Noch vor 60 Jahren kam Fleisch nur einmal in der Woche als Sonntagsbraten auf den Tisch. Heute konsumiert der Durchschnittsmann rund 58 kg Fleisch und Wurstwaren pro Jahr, und -Frau rund 30 kg. Dieser Unterschied ist rein kulturell bedingt, nicht biologisch: Frauen haben offenbar schneller gemerkt, dass vegetarische Gerichte so viele neue Geschmackserlebnisse bieten!

Bei der Ernährung kann der größte Beitrag zum Klimaschutz durch Vermeidung tierischer Lebensmittel erreicht werden. Denn ca. 40% der ernährungsbedingten Klimagase entstehen durch Fleischerzeugnisse. Dies liegt an der Futtermittelproduktion und der wenig effizienteren Energieumwandlung der Tiere. Pflanzliche Lebensmitteln verbrauchen weniger Fläche, Rinder tragen durch ihre Methanabgabe erheblich zum Klimawandel bei.

Futtermittelimporte aus Entwicklungsländern sind für die Intensivtierhaltung sehr problematisch; deren Anbau steht dort in Konkurrenz zur einheimischen Nahrungserzeugung ("Teller oder Trog"). Ein erheblicher Teil an Regenwald wird für Viehweiden oder Sojaanbau gerodet. Weniger kritisch sind Flächen, die nur als Weideland genutzt werden können.

Der mittlere deutsche Zwei-Personen-Haushalt gibt monatlich für Nahrungsmittel etwa 214 Euro aus, davon knapp 27 % für Fleisch und Fisch, 22 % für Obst und Gemüse. Eine pflanzliche Ernährungsweise bietet eine höhere Sättigungswirkung bei weniger Nahrungsenergie, mehr komplexe Kohlenhydrate und weniger Fett. Und natürlich: mehr Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe!

Quelle: Kritischer Agarbericht 2009

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