Wohnen

Mit einem Anteil von ca. 15% am Gesamt-CO2-Ausstoß pro Person hat der Bereich Heizen und Warmwasser eine große ökologische, aber auch finanzielle Bedeutung. 

Nach den Zielen der Bundesregierung zur Energiewende soll der Energiebedarf von Neubauten ab 2020 "klimaneutral" sein. Was bedeutet, dass in allen neu errichteten Gebäuden nicht mehr Energie verbraucht werden soll, als (im Jahresmittel) direkt vor Ort regenerativ erzeugt werden kann (bspw. mittels Photovoltaik, Solarthermie oder über Kleinwindanlagen). Alternativ kann der Energiebedarf mit nahezu klimaneutralen Energieträgern, wie Biogas, ergänzt werden.

Was können wir tun?

Mittlerweile gibt es Gas-Versorger, die nachhaltig Biogas produzieren. Ein Umstieg kann sich auch finanziell rechnen. Einige Tipps zur Wahl des Biogas-Versorgers findet ihr hier, aber auch ein Blick auf unsere Stadtwerke sei empfohlen.

Heizen mit Gas hat für uns Stadtbewohner auch den Vorteil der geringen Feinstaubbelastung gegenüber Heizöl oder festen Brennstoffen. Sogar gasbetriebene Komfort-Kamine sind im Handel erhältlich, falls man auf ein lauschiges Ambiente mit Kaminfeuer nicht verzichten mag, und das quasi feinstaubfrei. Und Kochen mit Gas ist übrigens deutlich energiesparender als elektrisches Kochen. 

Der durchschnittliche jährliche Gasverbrauch fürs Heizen liegt deutschlandweit bei circa 143kWh pro Quadratmeter Wohnungsfläche. Dies entspricht über 7000 kWh für eine 50qm-Wohnung. Fürs Warmwasser werden fürs Jahr circa 800 bis 1000 kWh pro Person veranschlagt. Der individuelle Verbrauchswert hängt aber ab von der Haushalts- und Wohnungsgröße, der Heizungsart, der Wärmedämmung sowie der Raumtemperatur. 

Neben Biogas gibt es natürlich noch weitere nachhaltige Heizungs- und Warmwasser-Lösungen wie zum Beispiel Fernwärme, Solarthermie oder Wärmepumpen. Und eine energetische Sanierung kann eine sinnvolle Maßnahme zum Energiesparen sein, wobei man bei der Wahl der Dämm-Materialien auf Umweltverträglichkeit achten sollte. Ihr wohnt in einem Mehrfamilienhaus wie viele Stuttgarter? Dann könntet Ihr ja auch versuchen, mit der Hausgemeinschaft und den Eigentümern energetisch sinnvolle Lösungen zu entwickeln und umzusetzen.

Darüber hinaus gibt es im Bereich Wohnen noch viele weitere Aspekte der Nachhaltigkeit wie Mülltrennung und Recycling, umweltverträgliche Farben und Möbel, sowie Hausputz und Reinigungsmittel. Mehr...

Als Einstiege in das Thema ökologisches Bauen, Renovieren und Wohnen eignen sich beispielsweise die BUND Broschüre Ökologisch Bauen & Renovieren und verschiedene Ratgeber von Ökotest.

Und wieso nicht den eigenen Biomüll nutzen, um daraus wertvollen Humus und Dünger zu machen? Denn schon für unter 20 Euro kann man sich seine eigene Wurmfarm bauen. Und die Braune Tonne kann man sich dann auch noch sparen.