Diesel-Nachrüstung statt Fahrverbote:BUND warnt vor faulem Kompromiss mit der Autoindustrie zu Lasten der Gesundheit

Für eine grün geführte Landesregierung müssen Luftreinhatung und Gesundheitsschutz im Vordergrund stehen. (Alexandra GL / Fotolia.com)

„Das Zurückschrecken der Landesregierung vor der Autoindustrie ist inakzeptabel. Es geht zu Lasten der Gesundheit der von zu hohen Luftbelastungen betroffenen Bürgerinnen und Bürger. Zum jetzigen Zeitpunkt auf Fahrverbote verzichten zu wollen, ist ein ungedeckter Scheck auf die Zukunft und setzt auf vage Versprechungen. Zugeständnisse hat die Autoindustrie vor dem Hintergrund großangelegter Abgasmanipulationen erst dann verdient, wenn sie nachweisbar technisch funktionierende und im Alltagsbetrieb wirksame Nachrüstungen liefern kann. Alles andere baut auf Luftschlösser“, kommentiert Dr. Brigitte Dahlbender, Landesvorsitzende des BUND in Baden-Württemberg, die Pläne der Landesregierung, im Stuttgarter Luftreinhalteplan statt auf Fahrverbote auf Diesel-Nachrüstungen zu setzen.

Alternativen zu Diesel-Fahrverboten sind nach Ansicht des BUND erst dann zu diskutieren und politisch ins Auge zu fassen, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind: 

 

-          Es muss durch unabhängige Untersuchungen nachgewiesen sein, dass durch Nachrüstungen wirksame Abgasreduzierungen in allen Betriebszuständen, in allen Temperaturbereichen (Thermofenster) und im tatsächlichen Fahrbetrieb realisiert werden.

-          Durch Nachrüstungen müssen die gesetzlich festgelegten Abgasgrenzwerte erreicht werden.

-          Die Nachrüstung muss für alle Fahrzeuge verbindlich sein und umgesetzt sein. Nicht nachgerüstete Diesel-Fahrzeuge müssen ihre Zulassung verlieren.

-          Die Autoindustrie hat alle mit der Nachrüstung verbundenen Kosten verpflichtend zu übernehmen.

„Bevor diese Bedingungen nicht nachweisbar erfüllt und gesetzlich sanktioniert sind, darf sich die Landesregierung nicht von den Fahrverboten verabschieden. Für eine grün geführte Landesregierung müssen Luftreinhaltung und Gesundheitsschutz im Vordergrund stehen. Alles andere wäre ein Kniefall vor der Autoindustrie. Diese hat die Misere durch Abgasmanipulationen verursacht, also hat sie auch die Konsequenzen zu tragen“, so Dahlbender. „Wenn bis Ende des Jahres nicht alle Bedingungen erfüllt sind, muss die Landesregierung Anfang 2018 Verkehrsbeschränkungen umsetzen.“


Kontakt für Rückfragen:

 

·         Dr. Brigitte Dahlbender, Landesvorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesverband Baden-Württemberg e.V, brigitte.dahlbender@bund.net; 0171/9341336

·         Klaus-Peter Gussfeld, BUND Baden-Württemberg, klaus-peter.gussfeld@bund.net, 0711 620306-15



Aktuelle Termine des BUND Stuttgart

28. September 2017

19:00 - 21:00

VortragVortrag: Die Stadt für Morgen - wie wollen wir leben?

Vortrag von Dr. Katrin Dziekan (Fachgebietsleiterin beim Umweltbundesam) Die aktuelle Realität in...

29. September 2017 - 01. Oktober 2017

16:00 - 16:00

Naturschutztage an der Elbe

2017 ist ein besonderes Jubiläumsjahr, denn der BUND lädt bereits zum zehnten Mal in Folge zu den...

12. Oktober 2017 - 14. Oktober 2017

WorkshopWorkshop #2 im Projekt „Jugend trifft Erfahrung“

Ende 2022 soll das letzte Atomkraftwerk in Deutschland abgeschaltet werden, doch die Probleme sind...

13. Oktober 2017 - 15. Oktober 2017

12:00 - 12:30

Wirtschaftswissenschaft für Nachhaltige Entwicklung

Die Rolle der Wissenschaften für eine nachhaltige, globale Entwicklung ist entscheidend und...

24. Oktober 2017

18:30 - 20:30

VortragVortrag: Feinstaub macht krank

Prof. Dr. Hans Schweisfurth (Direktor des Pulmologischen Forschungsinstituts in...

Seite 1 von 2 12 >>

Suche