Marsch der Millionen

Foto: Jörg Fortak

Die Sonne gibt den Startschuss: Wenn sich im Frühling der Boden auf sechs Grad oder mehr erwärmt, erwachen die Lebensgeister von Millionen Fröschen, Kröten und Molchen. Das kann in der Rheinebene schon mal Mitte Januar sein, in anderen Teilen Baden-Württembergs beginnt die Wanderung im Februar. Die Tiere machen sich auf ihren oft kilometerlangen Marsch vom Herbst- und Winterquartier zum Laichgewässer. Meist suchen sie den Teich, Tümpel oder Wassergraben, in dem sie selbst auf die Welt gekommen sind. Spring- und Grasfrösche sind die ersten, oft schon im Januar. Dann kommen Molche und später Erdkröten.

Doch die Sache hat einen Haken: Im Autoland Baden-Württemberg verläuft zwischen den meist bergseitigen Herbst- und Winterquartieren und den Laichgewässern im Tal häufig eine Straße. Vielerorts kommt es zu regelrechten Massakern an den wandernden Tieren. Auf seltene Vögel und bunte Schmetterlinge achten viele. Die unscheinbareren Amphibien kommen oft unter die Räder.

Über fünf Millionen Tiere gerettet

Der Anlass zur Gründung mancher BUND-Gruppen war ein praktischer: Die engagierten Leute wollten gemeinsam verhindern, dass Tausende von Amphibien von Autos überfahren werden. Dass dies in jahrzehntelanges Engagement münden würde, haben die wenigsten geplant. Heute retten über 50 BUND-Ortsverbände in Baden-Württemberg die Tiere vor dem Verkehrstod. Über fünf Millionen Tiere - das ist die beeindruckende Zahl aller Amphibien, die BUND-Gruppen seit den 1970er Jahren gerettet haben.

Manch ein Bestand konnte erhalten werden, mancherorts nahmen die Amphibien sogar zu. Verbunden damit ist der Kampf gegen immer neue Straßen in sensiblen Bereichen. Beim Aus- und Neubau kann ein Amphibientunnel Abhilfe schaffen. Über 200 solcher Tunnel in Baden-Württemberg gehen auf die Initiative von BUND-Gruppen zurück.

Vielfältige BUND-Aktivitäten

Moderner Amphibienschutz beschränkt sich heute nicht auf das Krötensammeln an Straßen. Unsere Fachleute kümmern sich um Erhalt und Verbesserung der Lebensräume und Laichgewässer der Amphibien, zu denen auch Unken, Molche und Salamander gehören:  

  • Amphibienschutz an Straßen ist heute in der Gesamtabwägung der Gefährdung bzw. der Bestandsentwicklung vor allem der seltenen Amphibien nicht mehr die erstrangige Schutzmaßnahme. 
  • Lebensraumschutz, insbesondere der Erhalt und die Neuschaffung vonÜberschwemmungsflächen, ist wichtigste Aufgabe
  • Amphibien brauchen nicht nur Wiesen: Kleinparzellierte Ackernutzung in Talauen aus Amphibienschutz-Sicht ist zum Teil förderlich wegen vegetationsfreier Pfützen für Gelb¬bauchunke, Kreuz- und Wechselkröte.
  • Zahlreiche Tümpel trocknen jedes Jahr aus. Viele Gruppen bringen Amphibienlaich in neu angelegte Teiche, um deren Besiedlung zu fördern. 
  • Die Neuanlage von Gewässern ist sinnvoll, wo natürlicher Wasserstand gewährleistet ist.


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23. November 2017

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24. November 2017 - 26. November 2017

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28. November 2017

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