Vermüllung der Stuttgarter Gartengebiete vermeiden BUND fordert Grünschnitt- und Sperrmüllsammelstellen in Gartengebieten

Wohin mit dem vielen Grünschnitt? – das fragen sich die Hobbygärtner und Gütlesbesitzer in Stuttgarts Gartengebieten besonders jetzt am Winterende. Denn die früher in den Gartengebieten üblichen Grünschnittsammelplätze fielen allesamt der städtischen Sparwut zum Opfer. Wer sein Schnittgut nicht meilenweit zum Wertstoffhof karren kann oder will, muss es anderswo entsorgen. So laden viele Gartenbesitzer ihr Astmaterial und Rasenschnitt einfach auf verwilderten Grundstücken oder am Waldrand ab. „Dort geht dann Platz für Blumenwiesen und damit Lebensraum für Insekten verloren.“

Immer mehr Flächen wachsen zu und Wildbienen und Schmetterlunge finden keine Nahrung mehr“, bedauert Wolf-Dietrich Paul. Noch schlimmer ist für den Naturschutzexperten des BUND Stuttgart, wenn die Hobbygärtner ihr meist feuchtes Grüngut einfach verbrennen. „Das ist illegal und verschärft die CO2- und Feinstaubproblematik. So produziert ein größeres Gartenfeuer in sechs Stunden genauso viel Ruß und Rauchpartikel wie 250 Busse während eines ganzen Tages“, so Biologe Paul. Wenn dann noch ausgediente Gartenmöbel, behandelte Hölzer und anderer Sperrmüll verbrannt werden, entsteht auch noch ein giftiger Rauchcocktail.

Denn nicht nur Grünschnitt, auch tonnenweise Sperrmüll bleibt in vielen Freizeitgärten liegen. Da der Feldschutz eingespart wurde, kontrolliere das niemand mehr, bedauert Paul.

Immerhin habe die Bezirksvorsteherin von Wangen, Beate Dietrich vor einigen Jahren eine sehr erfolgreiche Sperrmüll-Entsorgungsaktion auf der Wangener Höhe organisiert. Dies war nötig, da das Baurechtsamt sich nicht um die illegalen Bauten im dortigen Landschaftsschutzgebiete gekümmert hat. Doch solche einzelnen Aktionen können die Müllflut nicht eindämmen.

Der Stuttgarter BUND fordert daher die Stadtverwaltung auf, in den Gartengebieten dezentrale Sammelstellen zu errichten und einmal pro Jahr Schnittgut und Sperrmüll abzuführen und zu verwerten. Die erforderlichen Mittel müsse der Gemeinderat im nächsten Doppelhaushalt bereitstellen. Die energetische Verwertung in der städtischen Holzhackschnitzel-Anlage und künftig in der Bioabfallvergärungsanlage dürfte kein Problem sein. „Das wäre ein Schritt in Richtung Klimaschutz und Feinstaubreduktion der hochbelasteten Stadt und gleichzeitig ein wichtiger Service für die Bürger“, wünscht sich Naturfreund Paul.

Rückfragen an:

Dr. Wolf-D. Paul | Vorstandsmitglied | BUND Kreisverband Stuttgart |0711/32 43 93; 0151-287 378 83



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