Städte tragen eine große Verantwortung im Kampf gegen den Klimawandel, denn ihre Emissionen entsprechen mancherorts denen ganzer Länder. So stößt etwa Stuttgart so viel CO2 aus wie Paraguay. Deswegen fordert Fossil Free Stuttgart die Stadt Stuttgart dazu auf, ihre Geldanlagen aus Unternehmen der fossilen Brennstoffindustrie abzuziehen, also zu divestieren, und in erneuerbare Energiequellen zu investieren. Unsere Forderung auf den Punkt gebracht: Divest Stuttgart!

Hintergrund der Strategie ist, dass wir etwa 80 % der verbleibenden Vorkommen an Kohle, Öl und Gas weder fördern noch verbrennen dürfen, wenn die Erwärmung der Atmosphäre auf 2°C begrenzt werden soll - nach den eben beendeten Klimaverhandlungen in Paris, die 1,5°C als Grenze der Erwärmung ansetzen, sogar entsprechend weniger. Alles andere würde eine Destabilisierung des Klimas mit katastrophalen Folgen für Mensch und Natur nach sich ziehen.

Außerdem ist damit zu rechnen, dass Unternehmen im fossilen Sektor in den kommenden Jahren stark an Wert verlieren werden, weil sie ihre Rohstoffvorkommen nicht mehr fördern und verkaufen können. Ein Prozess, der bereits in vollem Gange ist. Die Finanzwelt spricht von einer Kohlenstoffblase (engl. carbon bubble), die kurz davor ist zu platzen. Damit stellen Investitionen in fossile Energien ein hohes finanzielles Risiko dar. Die jüngsten Verluste von RWE und Eon verdeutlichen bereits heute, dass das Geschäftsmodell des fossilen Sektors nicht zukunftsfähig ist. Auch der Rückzug der Allianz aus Unternehmen, die mehr als 30 % ihres Umsatzes mit Kohle machen, sendete ein deutliches Zeichen.

Fossil Free Stuttgart ist eine Arbeitsgruppe des BUND Kreisverbands und Teil der weltweiten Fossil Free Bewegung. Diese entstand 2012 in den USA als Kampagne der NGO 350.org und ist inzwischen auf allen Erdteilen zu finden. Überall auf der Welt kämpfen lokale Gruppen für das Divestment ihrer Städte, Gemeinden, Kirchen, Universitäten, Stiftungen und anderer Institutionen aus den 200 größten Kohle-, Erdöl- und Erdgasunternehmen. Ein solcher Abzug von Investitionen erreicht zweierlei: Einerseits schützt es vor den Gefahren zukünftiger Wertverluste und sichert so nachhaltig die finanzielle Stabilität Ihrer Stadt. Andererseits entzieht es klimaschädlichen Unternehmen die gesellschaftliche Zustimmung und trägt so zu Wandel bei, der aufgrund der Klimakrise notwendig geworden ist. Vielerorts ist diese Forderung bereits Wirklichkeit: Über 500 Institutionen haben sich inzwischen der Divestment-Bewegung angeschlossen. Zusammen verwalten sie ein Gesamtvermögen von 3,4 Billionen US-Dollar. Im November verpflichtete sich Münster als erste deutsche Stadt zu Divestment. Warum sollte Stuttgart nicht als nächstes dran sein?

Gewöhnlich trifft sich unsere Gruppe dienstags um 19:00 Uhr im UWZ in der Rotebühlstraße 86/1, am besten checkst Du aber vorher nochmal unsere Ankündigungen. Wir freuen uns, wenn Du mal vorbeischaust! Mehr Infos und Kontakt über Facebook, unsere Website oder per Mail an fossilfreestuttgart@riseup.net.



Aktuelle Termine des BUND Stuttgart

28. September 2017

19:00 - 21:00

VortragVortrag: Die Stadt für Morgen - wie wollen wir leben?

Vortrag von Dr. Katrin Dziekan (Fachgebietsleiterin beim Umweltbundesam) Die aktuelle Realität in...

29. September 2017 - 01. Oktober 2017

16:00 - 16:00

Naturschutztage an der Elbe

2017 ist ein besonderes Jubiläumsjahr, denn der BUND lädt bereits zum zehnten Mal in Folge zu den...

12. Oktober 2017 - 14. Oktober 2017

WorkshopWorkshop #2 im Projekt „Jugend trifft Erfahrung“

Ende 2022 soll das letzte Atomkraftwerk in Deutschland abgeschaltet werden, doch die Probleme sind...

13. Oktober 2017 - 15. Oktober 2017

12:00 - 12:30

Wirtschaftswissenschaft für Nachhaltige Entwicklung

Die Rolle der Wissenschaften für eine nachhaltige, globale Entwicklung ist entscheidend und...

24. Oktober 2017

18:30 - 20:30

VortragVortrag: Feinstaub macht krank

Prof. Dr. Hans Schweisfurth (Direktor des Pulmologischen Forschungsinstituts in...

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