BUND Kreisverband Stuttgart

Eröffnung B10 Rosensteintunnel – Kein Weiter-so bei der Friedrichswahl

23. März 2022

BUND kritisiert die SPD und fordert einen städtebaulichen Wettbewerb

Pressemitteilung BUND Regionalverband Stuttgart

Suttgart, 23.03.2022

Am Samstag wird Oberbürgermeister Nopper mit feierlichen Worten den Rosensteintunnel auf der B10 eröffnen. Der BUND hat das umstrittene Straßenbauprojekt von Anfang an abgelehnt, weil dieses vor allem den Lkw-Verkehr mitten nach Stuttgart holen wird. Die Strecke Zuffenhausen-Wendlingen ist über die B10 kürzer, schneller und mit weniger Steigungen zu befahren als über die stauträchtige Autobahn. „Mit dem Rosensteintunnel wird die B10 den Verkehr anziehen wie das Licht die Motten“, fasst Gerhard Pfeifer, Geschäftsführer beim BUND Regionalverband Stuttgart, die BUND-Kritik zusammen.

Für das Gesamtprojekt mit Leuzekreuzung wird eine halbe Milliarde Euro nicht reichen. Der BUND Stuttgart kritisiert diese enorme Geldverschwendung, denn es werden nur wenige Häuser an der Pragstraße durch den Tunnelbau entlastet. Absurderweise wurden vor wenigen Wochen sogar Wohnhäuser wegen des zu erwartenden Mehrverkehrs durch den Rosensteintunnel abgerissen. Die viel gepriesenen Rückbaumaßnahmen sind in ihren Wirkungen eher gering und wirksame Maßnahmen wie Pförtnerampeln in Zuffenhausen und Bad Cannstatt sowie der Rückbau der Schwieberdinger, Ludwigsburger und Schönestraße sind in die ferne Zukunft verschoben.

Fehlerwiederholung beim geplanter B10 Friedrichswahltunnel

Nach dem finanziellen Desaster des Rosensteintunnels und den verheerenden Auswirkungen auf die Klimabilanz der Stadt könnte man meinen, die Gemeinderäte hätten daraus gelernt. Weit gefehlt: Ein ähnliches Projekt ist schon in Planung. In Zuffenhausen soll die B10-Kreuzung Friedrichswahl autogerecht umgebaut und ein weiterer Tunnel für mindestens 400 Millionen Euro gebaut werden. Warum gerade die SPD-Fraktion dieses weitere fragwürdige Projekt durchdrücken möchte, ist nicht nachvollziehbar. Zumal sie beim Baubeschluss des Rosensteintunnels am 20.05.2010 das Zünglein an der Waage war und obwohl die SPD-Basis damals gegen den Bau votierte.

Der BUND fordert, dass die vorgeschaltete Planungswerkstatt zur Friedrichswahl ergebnisoffen angelegt wird, um innovative Lösungen für Zuffenhausen zu finden. Die bisher geplante Reduktion auf den Fuß- und Radverkehr ist nicht hinreichend – es muss eine Gesamtbetrachtung erfolgen.

Aus BUND-Sicht sollte für den gesamten B10-Straßenzug beginnend im Norden von Zuffenhausen bis zur Friedrichswahl ein städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt werden. Gerhard Pfeifer erläutert: „Wir sind überzeugt, dass mit renommierten Büros aus Europa intelligentere und für ganz Zuffenhausen bessere Konzepte machbar wären als ein Langtunnel, der überwiegend unbebautes Gebiet entlastet und noch mehr Verkehr - wie der nun neue Rosensteintunnel - anzieht.“ Der BUND erwartet besonders von der SPD eine Offenheit für einen Ideenwettbewerb, der in Zuffenhausen die Bausünden der Vergangenheit korrigiert und den sich die Gesamtstadt auch leisten kann.

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Für Rückfragen: Gerhard Pfeifer  0711/61970-40 oder 842 559

 

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