BUND Kreisverband Stuttgart

Erster Klimastreik 2021

22. März 2021 | Globale Gerechtigkeit, Klimawandel, Lebenswertes Stuttgart, Naturschutz

Am 19.03.21 fand der erste globale Klimastreik 2021 statt, an manchen Orten bereits in Präsenz, an vielen jedoch immer noch Online. Egal von wo - wir sind Laut fürs Klima!

In Stuttgart haben Fridays for Future eine Demo mit paralleler Kunstaktion unter dem globalen Streikmotto #NoMoreEmptyPromisses veranstaltet, um auf die leeren Versprechungen und die fehlenden Handlungen der Politik aufmerksam zu machen. Durch Corona waren die Demonstrationen eingeschränkt, ein Demozug, wie er für gewöhnlich stattfand war nicht möglich und so haben die Aktivist*innen in ganz Deutschland Kunstprojekte gestartet und verschafften sich so gehör.


In Stuttgart inszenierten Künstler*innen vom JES bei einem kleinen Demozug durch die Innenstadt eine fabelhafte und gleichzeitig sehr berührende Darstellung. Aus einem Lautsprecher ertönte ein pochender Herzschlag, der durch das Öffnen und Schließen der Regenschirme seitens der Schauspieler verstärkt wurde. Die Künstler*innen hatten weiße Overalls an und waren meist in zwei Reihen gegliedert, vorne vier mit Schirm und hinten vier mit verschiedenen Tiermasken. In regelmäßigen Abständen ertönte ein langanhaltender Ton wie bei einer EKG Aufzeigung, wenn das Herz aufhört zu schlagen, so wie man es aus Filmen kennt. In diesem Moment vielen die Darsteller mit den Tiermasken um und eine Stimme aus dem Lautsprecher fing an, eine berührende Rede wiederzugeben, oft auch von Kinderstimmen. Dabei wurde auf die Zerstörung der Natur und Umwelt und auf die Notwendigkeit zu Handeln hingewiesen. Im Laufe der Rede standen die Tiermaskenträger*innen langsam wieder auf, die anderen hielten dabei den geöffneten Regenschirm, wie als Schutz über sie und liefen nun hinter den Tiermaskenträgern. Als die Stimme verstummte, war wieder der Herzschlag zu hören und die Formation der Schauspieler*innen änderte sich wieder, vorne die Regenschrimträgerinnen, hinten diejenigen mit den Tiermasken. Bei so einer Inszenierung ist Gänsehaut und Mitgefühl wohl unvermeidbar. (Unten kannst Du dir eine Bilderreihe von der Inszenierung anschauen).
 

Im Oberen Schlossgarten fand dann die Kundgebung statt. Obwohl es sehr kalt war und trotz der anderen Umstände, waren doch einige Menschen mit vielen kreativen Schildern und Bannern dabei. Die Kundgebung war ebenfalls sehr inspirierend und vielseitig. Es wurde unter anderem auf die rassistischen Strukturen in unserer Gesellschaft hingewiesen und darauf, dass Klimagerechtigkeit mehr ist als nur Natur- und Umweltschutz und die globale Gleichberechtigung von allen beinhaltet, egal welcher Herkunft, Hautfarbe oder Geschlecht. Das ist ein entscheidender Punkt, denn auch die Klimabewegung bekommt oft die Kritik, sehr eurozentrisch zu sein, dabei ist sie weltweit vertreten und beinhaltet alle Stimmen gleichermaßen. In Europa treffen uns die Klimafolgen langsamer als im globalen Süden, wobei wir im globalen Norden die größten Schäden anrichten. Es ist an der Zeit, einen Wandel herbeizuführen, bei dem der europäische Reichtum nicht mehr auf Ausbeutung anderer Länder und auf Kosten zukünftiger Generationen beruht. Wir fordern Klimagerechtigkeit JETZT!


Die leeren Versprechungen der Politiker*innen und die fehlende Handlungsinitiative wurde durch eine Flaschenpost inszeniert. Hierbei konnte jeder seine Forderungen und Sorgen auf einen Zettel schreiben und in eine leere Flasche stecken. Diese wurden im Laufe der Demo in einem Schriftzug #NoMoreEmptyPromisses aufgestellt und später an die Abgeordneten gesendet.

Es war rundum eine gelungene Demonstration und hoffentlich werden bald wieder regelmäßigere Aktionen stattfinden können, denn das Klima wartet nicht!

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