BUND Kreisverband Stuttgart

Nachhaltig digital – digitale Nachhaltigkeit

19. Juni 2020

Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Ist das nicht ein Widerspruch in sich? Nicht unbedingt. Am nachhaltigsten ist es sicherlich, offline zu sein. Aber ist das zeitgemäß? Wir haben sechs Tipps für Euch...

Bild: pixabay/petelinforth

Letztes Jahr entstand die Klimastreik-Bewegung Fridays for Future. Diese Bewegung wurde zu einer der größten, die sich gegen den Klimawandel einsetzt. Auch die Digitalisierung und die damit einhergehende Vernetzung hat dies möglich gemacht.

Wir haben sechs Tipps für Euch, um auch in der virtuellen Welt nachhaltig aktiv zu sein.

Tipp Nr. 1 - Energiequelle
Ökostrom nutzen. Das ist einer der wichtigsten Punkte und gleichzeitig ohne viel Aufwand umzusetzen. Der Wechsel zu Ökostrom ist einfach. Besonders hier sollten wir auf Nachhaltigkeit achten, da alles, was wir digital und online machen, Strom verbraucht.

Tipp Nr. 2 - Geräte 
Zur Herstellung von Elektrogeräten werden viel Energie und wertvolle Rohstoffe benötigt. Deshalb lohnt es sich, hier genauer hinzuschauen. Das Zertifikat Blauer Engel weist auf nachhaltige Geräte hin. Auch beim Smartphone gibt es schon nachhaltige Alternativen, wie beispielsweise das Fairphone.

Weitere tolle Möglichkeiten nachhaltig mit Elektrogeräten umzugehen:

  • Geräte mit anderen teilen
  • Reparieren statt Wegwerfen
  • Gebrauchte Geräte kaufen

Außerdem ist es sinnvoll sich die Frage zu stellen: Wieviel Leistung benötigt das Gerät für den geplanten Einsatzzweck? Auf einer gut geteerten, ebenen Straße braucht man keinen Allradantrieb. Genauso braucht man keinen Hochleistungscomputer, wenn man nur Emails verschicken und ab und zu im Internet stöbern möchte.

Tipp Nr. 3 - Speicherplatz
Es macht eine Menge aus, wo wir unsere Datenmengen aus Fotos, Musik und digitalisierten Dokumenten speichern. Mehr Daten bedeuten auch mehr Speicherplatz. Und je mehr Speicherplatz, umso mehr Energie wird benötigt.

Am einfachsten ist es, alle Daten auf einer externen Festplatte zu speichern. So benötigen die Daten nur dann eine Stromquelle, wenn wir auch damit arbeiten. Außerdem verbraucht beispielsweise ein Laptop weniger Energie, wenn weniger Daten darauf gespeichert sind.
Sollen die Daten jederzeit von jedem beliebigen Gerät abrufbar sein, gilt es genau hinzuschauen: Wo stehen die Server für die Cloud oder das Hosting? Mit welcher Stromquelle laufen sie?
Und die wichtigste Frage zum Thema Speicherplatz ist wohl: Wieviel Daten muss ich wirklich abspeichern? Die „Unsichtbarkeit“ der Masse an Fotos und Daten verleitet dazu, sehr viel mehr aufzuheben, als wir es zu Hause tun würden. Weniger ist mehr!

Tipp Nr. 4 - Kommunikation
Durch die Wahl des richtigen Emailanbieters können wir viel für die Nachhaltigkeit tun. Wichtige Fragen sind wiederum: Wo stehen die Server, welche Stromquelle wird genutzt und wie gut ist der Datenschutz?

Ein Mailanbieter, der sich da sehr gut anbietet, ist beispielsweise posteo.de. Die Server stehen in Deutschland, es wird ausschließlich Ökostrom verwendet, es gibt keinerlei Werbung, der Spamfilter ist so gut, dass Spam-Mails gar nicht erst zugestellt werden und somit auch keinerlei Speicherplatz belegen.
Dasselbe gilt übrigens auch für Messenger: Auch hier ist es hilfreich nach den Kriterien Standort der Server, Energiequelle und Datenschutz zu schauen.
Auch im Bereich Mobilfunk gibt es spannende Entwicklungen, so befindet sich gerade der Unternehmen wetell in der Gründungsphase, um nachhaltigen Mobilfunk anzubieten.

Die wichtigsten Fragen, die man sich in der täglichen Kommunikation stellen sollte, sind: Was muss ich wirklich mitteilen? Muss es jetzt sofort sein? Muss es an alle sein? Und muss ich wirklich mein ganzes Leben in Bildern und Videos festhalten und das an alle versenden?

Tipp Nr. 5 - Browser und Suchmaschine
Jeder Klick hinterlässt Spuren. Deshalb sollte man auch beim Surfen im Internet und der Wahl des entsprechenden Browsers auf die schon bekannten Punkte Serverstandort, Energiequelle und Datenschutz achten.

Mit zwei kleinen Tricks lässt sich beim Surfen eine große Menge Energie und damit auch CO2 sparen. Jede Suchanfrage verbraucht Energie. Deswegen ist es deutlich nachhaltiger Internetadressen gleich vollständig einzugeben. Hier hilft auch eine Lesezeichenliste. Dafür gibt es verschiedene nachhaltige Suchmaschinen.

Tipp Nr. 6 - Weiterführende Informationen
Da diese Tipps nur die absoluten Basics waren, hier noch ein paar Möglichkeiten, um sich ausführlicher mit dem Thema nachhaltige Digitalisierung zu beschäftigen:
Auf den folgenden zwei Webseiten gibt es viele interessante Informationen zum Thema Nachhaltigkeit und nachhaltig digital:

Sehr empfehlenswert sind auch diese zwei Bücher aus dem oekom Verlag:

Zusammenfassend ist es wichtig, mit allen Ressourcen achtsam umzugehen. Sowohl im virtuellen als auch im realen Alltag sind folgende Fragestellungen wichtig: Was brauche ich wirklich? Habe ich genug? Bin ich glücklich und zufrieden?

Jede*r muss für sich selbst eine individuelle Lösung finden. In manchen Punkten gibt es einfach noch nicht die eine, „perfekte“ Lösung. Also gilt es, einen Kompromiss zu finden, der für jede*n selbst am besten passt. Und was nicht ist, kann ja noch werden. Die nachhaltige Digitalisierung wird weiter wachsen und es werden viele neue, spannende Initiativen entstehen.

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