BUND Kreisverband Stuttgart

Rettet die Ozeane

08. Juni 2020 | Lebensräume, Meere, Nachhaltigkeit, Plastikfrei leben, Ressourcen & Technik, Umweltgifte

Weltweit zieht es viele Touristen für einen Urlaub an die Weltmeere. Sie genießen es, mit einem leckeren Eis am Strand zu sitzen, schwimmen zu gehen oder einfach die Weite des Wassers auf sich wirken zu lassen und den Wellen zu lauschen. Ein beruhigendes Bild- wenn da nicht die andere Seite der Ozeane wäre. . .

Bild: Pixabay/wildOne

Die verzaubernde Schönheit wird schnell von einem Teppich aus Müll überdeckt. Oft ist die Verschmutzung schon am Strand sichtbar. Zigarettenstummel, Plastikverpackungen, Flaschen - achtlos weggeworfene Gegenstände sammeln sich am und im Wasser und bilden weit draußen riesige Müllinseln. Ein Bild, das so gar nicht zu den Vorstellungen vom Sommerurlaub in Griechenland passt, oder?

Doch im Jahr landen Unmengen von Müll in den Ozeanen und Meeren. Allein an Plastikmüll sind es ca. 4,8 - 12,7 Millionen Tonnen. Auch Deutschland ist an dieser Verschmutzung beteiligt, denn Deutschland exportiert große Mengen an Plastikmüll in Länder, mit einem schlechten Recyclingsystem. Dort gelangt der Müll dann in die Umwelt und damit auch ins Wasser.

Um 4,8 - 12,7 Millionen Tonnen etwas greifbarer zu machen, kannst Du Dir das ganze Mal in Autos vorstellen: Ein Auto wiegt um die 1,4 Tonnen. Umgerechnet wären das dann im Jahr ca. 7,14 Millionen Autos (als Wert wurden 10 Millionen Tonnen Plastikmüll verwendet), die dort umher schwimmen- und das für eine sehr lange Zeit. Denn Plastik braucht etwa 400-500 Jahre, um vollständig zu verrotten. In dieser Zeit zerfällt es nach und nach in winzig kleine Teilchen, die Mikroplastik genannt werden. Mikroplastik ist mit dem bloßen Auge kaum erkennbar und schwimmt nahezu überall im Wasser. Doch nicht nur durch den Zerfallsprozess von Plastikmüll gelangen Mikroplastikteilchen in unsere Ozeane. Die kleinen Teilchen werden oftmals vielen Gebrauchsgegenständen unseres Alltages zugesetzt, wie zum Beispiel Duschgel und gelangen durch das Abwasser ins Meer. Dort stellt dieser Müll eine Bedrohung für sämtliche Meerestiere dar. Sie verwechseln die sandkorngroßen Teilchen mit Nahrung, was für sie schlimm enden kann. Außerdem können sie sich in umherschwimmenden Plastikverpackungen verheddern und qualvoll sterben.

Ozeane sind ein Lebensraum für viele Organismen. Doch nicht nur für die Meeresbewohner erfüllt das Meer eine lebenswichtige Funktion.  Auch für uns sind die Ozeane überlebenswichtig, da mehr als 50 Prozent unseres Sauerstoffs von Mikroalgen erzeugt wird.  Ohne sie würde uns schlichtweg die Luft zum Atmen ausgehen. Auch sonst haben sie wichtige Funktionen für unsere Umwelt. Unteranderem speichern sie Wärme und CO2, wodurch sie dem Klimawandel entgegenwirken. Doch leider werden Ozeane kontinuierlich durch Müll, Erwärmung, Übersäuerung und Überfischung zerstört und damit auch ihre Ökosystemleistungen.

Am 08.06 ist der Tag der Ozeane. Zeit, um Deine Aufmerksamkeit den 71 Prozent der Erdoberfläche zu schenken.  Jede*r von uns kann etwas für die Ozeane tun. Ob durch Müllvermeidung, einen geringeren CO2-Verbrauch oder bewusstes Einkaufen - schon mit kleinen Dingen kannst Du Großes erreichen. Wie? Unsere „Öko-Tipps“ zeigen dir leichte Schritte zum großen Beitrag.

Hier findest Du mehr Informationen:

https://www.wwf.de/themen-projekte/meere-kuesten/plastik/unsere-ozeane-versinken-im-plastikmuell/

https://utopia.de/ratgeber/mikroplastik-kosmetik-produkte/

https://www.bund.net/meere/mikroplastik/

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.meeresbiologin-frauke-bagusche-wir-muessen-sofort-die-reissleine-ziehen.c10ccfef-f77b-47eb-a37b-195af9bb001a.html

https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/klima-und-luft/klimawandel/11801.html

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