BUND Pressemitteilung
Stuttgart, 26.7.2026
BUND: Busspur muss wegen Verzögerung bei Stuttgart 21 und dem Radverkehr bleiben
Die Stadt plant den Wegfall der stadtauswärts führenden Busspur in der Wagenburgstraße ab der Haltestelle Wunnensteinstraße, weil nach Angaben der SSB die Busspur kaum genutzt wurde. Deren Fahrer würden lieber auf der linken Kfz-Spur zeitweise im Stau stehen als von der Busspur kommend zum Ostendplatz den Fahrstreifen nach links im fließenden Verkehr zu wechseln. An Stelle der Busspur sollen 16 Parkplätze eingerichtet werden.
Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik am 24. Februar wurde diese Idee kritisiert, da die Busspur für den S21-Schienenersatzverkehr im Frühjahr benötigt würde. Zudem wollten die Stadträte, dass die Einrichtung einer Busschleuse geprüft wird, damit die Busspur für die Fahrer attraktiver wird. Mittlerweile hat sich die Verwaltung eine Meinung zu diesen Vorschlägen gebildet, über die am Dienstag im Technikausschuss berichtet werden soll.
Für den BUND Kreisverband Stuttgart kann es nur um die Verbesserung der Busspur gehen, da mit der auf 2032 verschobenen Fertigstellung von Stuttgart 21 und der falsch verlegten Kabel neue Sachverhalte zu berücksichtigen sind. „Auch wenn die Anzahl und Termine für den Schienenersatzverkehr noch nicht feststehen, ist klar, dass die Busspur über viele Wochen benötigt wird“, meint Thomas Baur, verkehrspolitischer Sprecher des BUND. Der Umweltverband sieht ein krasses Missverhältnis zwischen dem Nutzen von 16 Parkplätzen und den Zeitverlusten von tausenden von Fahrgästen, die dann im Stau stehen.
Mit keinem Wort ist die Verwaltung bislang auf die Auswirkungen für den Radverkehr eingegangen. Mit dem Wegfall der Busspur müssten die Radfahrer sich wieder die Spur mit den Autos teilen. „Da ein Überholen der langsameren Radfahrer nicht möglich ist, besteht die Gefahr, dass das Radfahren dort verboten wird", befürchtet Baur. Auch ohne Verbot wäre es ein Rückschritt für den Radverkehr und der Verkehrssicherheit in Stuttgart. Angesichts der Radwegeplanungen der Verwaltung in der sich anschließenden Talstraße stellt sich für den BUND die Frage, ob die rechte Hand weiß, was die linke tut.
Eine einfache und wirksame Variante zur Busspur wäre die Umwandlung in einen Radfahrstreifen, der vom Bus mitbenutzt werden kann. Die Radfahrer hätten eine sichere Verkehrsführung, der Schienenersatzverkehr kann am Stau vorbeifahren und die SSB-Busse können die Spur nutzen, wenn die Verkehrslage es erfordert. Die anstehenden Kanalbaumaßnahmen in der Cannstatter Straße machen eine eigene Spur für Busse und Radfahrer umso dringlicher, da in der Wagenburgstraße zusätzlicher Ausweichverkehr zu befürchten ist.
Der BUND appelliert an die Gemeinderäte, den Radstreifen mit Bus frei oder zumindest die Beibehaltung des Status quo zu beantragen und beschließen, da es unverhältnismäßig ist, wegen 16 Parkplätzen den Schienenersatzverkehr auszubremsen und Radfahrer einer vermeidbaren Gefährdung auszusetzen. Zudem wäre es ein Rückschritt für den Radverkehr in Stuttgart-Ost.
Thomas Baur
BUND Kreisverband Stuttgart
Verkehrspolitischer Sprecher
Mobil: 0172-7633829