Kreisverband Stuttgart
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BUND Stuttgart fordert: Stadt Stuttgart muss endlich eine Katzenschutzverordnung einführen

05. November 2025 | Wildnis Stuttgart, Wildkatze, Lebenswertes Stuttgart

Auch europäische Wildkatze würde profitieren!

Echte Wildkatze Echte Wildkatze

Pressemitteilung, Stuttgart, 5. November 2025

Der BUND-Kreisverband Stuttgart begrüßt, dass die Stadt Stuttgart eine Katzenschutzverordnung plant. Der Umwelt- und Naturschutzverband, der auch den Tierschutz in seiner Satzung verankert hat, fordert eine zügige Beschlussvorlage der Verwaltung und Verabschiedung im Gemeinderat. Die Verordnung sollte, für Freigängerkatzen eine Pflicht zur Kastration, Kennzeichnung und Registrierung vorsehen. Während viele andere Kommunen bereits gehandelt haben, hinkt die Landeshauptstadt noch hinterher.

Warum jetzt endlich handeln?

Die lokale Tierschutzorganisation Katzenhilfe Stuttgart e.V. weist darauf hin, dass Jahr für Jahr Hunderte streunende, meist kranke, unterernährte oder verletzte Katzen von der Straße gerettet und kastriert werden müssen – und dass sie sich seit Jahren für eine Katzenschutzverordnung einsetzt.

Auch auf Landesebene fordern der BUND-Landesverband Baden-Württemberg und der Landestierschutzverband Baden-Württemberg flächendeckende Katzenschutzverordnungen.

Die unkontrollierte Vermehrung freilaufender Katzen stellt nicht nur eine enorme Belastung für Tierheime dar, sondern gefährdet auch viele Wildtiere und den Artenschutz. Unkastrierte Freigänger-Hauskatzen können sich mit der wildlebenden Europäischen Wildkatze paaren – dadurch entstehen Hybride, die die genetische Reinheit der streng geschützten Wildkatzenpopulation gefährden.

Erfreulicherweise breitet sich die Wildkatze in Baden-Württemberg wieder aus: Im Norden von Stuttgart im Stromberggebiet, und aktuell neu auch im südlich angrenzenden Schönbuch sind Wildkatzen bereits nachgewiesen. Es ist davon auszugehen, dass die ausgedehnten Waldgebiete im Westen und Süden Stuttgarts ebenfalls bald besiedelt werden.

Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris silverstris) ist nach EU- und Bundesnaturschutzrecht streng geschützt und gilt in der Roten Liste Deutschlands als gefährdet.

Darüber hinaus zeigen Studien des NABU, dass in Deutschland jährlich bis zu 200 Millionen Vögel durch Katzen getötet werden – besonders in städtischen Gebieten wie Stuttgart, wo die Katzendichte hoch ist und gleichzeitig viele Singvögel leben. Auch andere, teils streng geschützte Arten wie Fledermäuse, Haselmäuse und Zauneidechsen sind durch freilaufende Katzen gefährdet.

Clarissa Seitz, Vorsitzende des BUND Stuttgart, betont:

„Mit einer Katzenschutzverordnung wird es Tierschutzvereinen erleichtert, wildlebende Katzen einzufangen, zu kastrieren und zu kennzeichnen. Alle Katzenhalterinnen und -halter sind dann verpflichtet, ihre freilaufenden Tiere kastrieren zu lassen. Viele Städte und Gemeinden – etwa Karlsruhe, Pforzheim und Rottweil – haben bereits Katzenschutzverordnungen eingeführt, um der unkontrollierten Vermehrung freilebender Katzen entgegenzuwirken. Stuttgart sollte diesem Beispiel endlich folgen und jetzt handeln – zum Wohl der Tiere und zum Schutz der Artenvielfalt.“

Clarissa Seitz
Vorsitzende BUND Kreisverband Stuttgart

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