Gemeinsame Pressemitteilung von Fridays For Future und BUND, Stuttgart, 18.01.2022
So Moritz Riedacher von den Stuttgarter Fridays For Future wenige Tage vor der Generaldebatte des Gemeinderates am 20.1.. Zudem fordern sie den Gemeinderat auf, das Klimaneutralitätsziel verbindlich zu beschließen und nicht auf den Sommer zu vertagen, so wie es kürzlich in der Stuttgarter Zeitung zu lesen war.
2019 hatte der Gemeinderat auf Initiative des damaligen OB, Fritz Kuhn, und nach massiven Protesten von Fridays For Future und aller Stuttgarter Umweltverbände das Aktionsprogramm Klimaschutz in Kraft gesetzt. Dies war ein wichtiges erstes Signal, aber von den dafür damals eingestellten 200 Mio Euro sind bisher enttäuschend wenig Mittel abgeflossen. Das zweite Signal korrigiert den Fehler von damals, als beschlossen wurde, das Klimaziel erst 2050 zu erreichen. "Die Wissenschaft sagt, dass auch 2035 zu spät ist, um das 1,5°C-Ziel zu erreichen" beklagt Fritz Herkenhoff, auch Mitglied der fff. Ein weiterer Rückschlag sei der Verzicht auf eine Bewerbung als eine der 100 europäischen Pionierstädte, die der Oberbürgermeister Mitgliedern der For-Future-Bewegung noch im Dezember bei einem gemeinsamen Treffen versprochen hatte. "Es heißt, dass der Oberbürgermeister die Bewerbung wollte, aber aus Teilen der Verwaltung dafür nicht unterstützt wurde", so Dr. Ulrich Schmidt, Mitglied der Parents For Future und beim BUND; "Der Oberbürgermeister darf jetzt nicht aufgeben", so Schmidt weiter, "er muss das Gesicht des Klimaschutzes in Stuttgart werden und er muss die Verwaltung auf das von allen Fraktionen und der Bürgerschaft gewollte Ziel einschwören. Wir kooperieren mit einigen Abteilungen aus der Stadtverwaltung sehr gut, aber das reicht nicht aus".
"Die klimaneutrale Mobilität im Stadtgebiet und die Energiewende bei den Privatwohnungen und Geschäftsräumen muss mit großen Schritten voran gebracht werden" fordert Alexander Schauenburg/ KUS. Manfred Niess/KUS ergänzt: "Wir fordern die Stadtverwaltung dazu auf, den Weg zur Klimaneutralität gut zu strukturieren, neben einer ehrlichen Eröffnungsbilanz klare Zwischenziele und Maßnahmen zu formulieren, dabei den Prozess unter Beteiligung der Bürgerschaft so flexibel wie möglich auszugestalten. Wir sind davon überzeugt, dass die große Aufgabe nur dann gelingen wird, wenn große Anstrengungen unternommen werden, die Bürgerschaft einzubinden. Dazu kommt endlich der Bürgerklimarat, dazu braucht es eine massive Kommunikationskampagne zur Erhöhung der Bereitschaft, Klimaschutz in das tägliche Leben einfließen zu lassen und die Förderung lokaler bürgerschaftlicher Initiativen als Kernzellen für dringend benötigte Wärmenetze und als Ansprechpartner in den Quartieren".
"Wir von Fridays For Future Stuttgart werden die städtische Klimapolitik weiterhin kritisch begleiten und uns mit aller Kraft dafür einsetzen, das Ziel einer Erderwärmung von maximal 1,5°C zu erreichen" schließt Moritz Riedacher.