BUND Kreisverband Stuttgart

Gefährdete Arten in Stuttgart

Gartenschläfer

Gartenschläfer sind nachtaktiv (Jiri Bodahl)

Gartenschläfer sind kleine Verwandte der Siebenschläfer. Du erkennst sie an ihrer auffälligen, schwarzen Kopfzeichnung, die einer Zorro-Maske ähnelt. Sie sind nachtaktive Kulturfolger. Das bedeutet, sie leben gerne in der Nähe des Menschen: in Gärten, auf Obstwiesen und in Weinbergen. Gartenschläfer können sehr gut klettern, suchen aber auch häufig am Boden nach Nahrung. Darunter sind Insekten, Schnecken und Früchte. Tagsüber und während des Winterhalbjahres schlafen sie in ihren Verstecken. Das können dichte Hecken, Steinhaufen, Baumhöhlen, aber auch Mauerspalten und Dachböden sein. Leider verschwinden Gartenschläfer aus bisher unerklärlichen Gründen vermehrt aus Regionen in Deutschland und ganz Europa. Lass ein bisschen Wildnis in Deinem Garten zu, damit ein Gartenschläfer dort ein Versteck für seinen Winterschlaf finden kann!

Tipp 1: Bei der Reinigung von Nistkästen vorsichtig prüfen, ob nicht in der Zwischenzeit ein Gartenschläfer eingezogen ist.

Tipp 2: Du hast einen Gartenschläfer gesehen? Dann hilf mit bei der Spurensuche und dem Schutz der kleinen Tiere. Melde Deine Sichtung hier.

Mauersegler

Ein Mauersegler, der in der Hand gehalten wird. In Stuttgart kannst Du viele Mauersegler entdecken!  (makamuki0 / pixabay)

Mauersegler sind tierisch viel unterwegs. Sie überwintern in Südafrika und brauchen für den langen Flug bis zu drei Monate. Zwischen Mai und August kannst Du den Flugkünstler unter den Vögeln bei uns beobachten. Bei ihren Sturzflügen können sie Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h erreichen. Mauersegler ernähren sich von Insekten und Spinnen, die sie während des Fluges fangen. Zudem paaren sie sich und schlafen sogar im Flug. Mauersegler sind ursprünglich Felsenbrüter und haben Wohnhäuser und Kirchen als Ersatzfelsen für sich entdeckt. Wie alle Vogelarten, die an Gebäuden brüten, finden Mauersegler in unseren modernen Häusern kaum noch Nistmöglichkeiten. Vielleicht kann Ihre Kirchengemeinde oder Schule eine Nisthilfe für die Vielflieger anbringen?

Tipp 1: An der Elisabethenkirche (Schwabstraße) brüten Mauersegler-Pärchen. Mit etwas Glück kannst Du die Vögel bei der Jagd beobachten.

Tipp 2: Ab Mitte Juni kann man im MUSE-O wieder Live-Naturkino erleben: Immer mittwochs ab 19 Uhr bietet Rolf Kayser per Kamera und Beamer Einblick in die Mauersegler-Nistboxen unterm MUSE-O-Dach. Altes Schulhaus Gablenberg, Gablenberger Hauptstr. 130

Mauereidechse

Eine Mauereidechse auf Steinen. Die Mauereidechse gehört zu den gefährdeten Arten.  (TheUjulala / pixabay)

Mauereidechsen sind Sonnenanbeter und leben an sonnigen Hängen. Wie ihr Name schon sagt, bewohnen die Reptilien gerne Mauern, die tags von der Sonne aufgeheizt werden und nachts Schutz vor Kälte bieten. In bewachsenen Mauern leben außerdem viele Insekten, die den Echsen schmecken. Die Feinde der Eidechsen sind Greifvögeln und größere fleischfressende Säugetiere wie der Fuchs. Im Notfall können die Reptilien ihren Schwanz abwerfen, der die Fressfeinde ablenken soll. Nach einiger Zeit wächst der Schwanz sogar wieder nach. Die Mauereidechse wurde zum Reptil des Jahres 2011 gewählt und ist streng geschützt.

Tipp: An sonnigen Tagen kannst Du den Echsen beim Sonnenbaden auf den Natursteinmauern der Stuttgarter Weinbergshänge zuschauen. Aber vorsichtig anschleichen, sonst verschwinden sie sofort.

Zwergfledermaus

Die Zwergfledermäuse leben ursprünglich im Wald in Baumhöhlen. In der Stadt suchen sie sich Mauerritzen, Scheunen, Kirchtürme oder Rollladenkästen als Unterschlupf. Fledermäuse sind sehr nützlich, da sie bis zu 1000 Insekten pro Nacht verspeisen! Fledermäuse jagen bei Einbruch der Nacht. Im Sommer entdeckst Du sie am besten kurz vor dem Dunkelwerden in Streuobstwiesen, Gärten oder Grünanlagen. Im September sucht sich die Zwergfledermaus ein gemütliches Versteck, zum Beispiel im Keller, und fällt in den Winterschlaf. Dabei senkt sich ihre Körpertemperatur auf 0°C, sodass sie ganz steif wird. Wenn die Tiere während ihres Winterschlafs aufgeweckt werden oder es zu kalt wird, müssen sie sich ein besseres Versteck suchen. Jedes Erwachen kostet die Fledermaus wertvolle Energie. Deshalb solltest Du die unter Naturschutz stehenden Tiere im Winter auf keinen Fall stören. Sie haben es ohnehin schon schwer genug ein Versteck zu finden.

Tipp: Wenn Du den Fledermäusen bei der Wohnungssuche helfen willst, häng einen Fledermauskasten an der Süd- oder Westfassade des Hauses auf.

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