15. Dezember 2025
Schafhausgebiet - letzte Freiflächen im Stuttgart Norden
(Gerhard Pfeifer
/
BUND RV Stuttgart)
Gemeinsame Pressemitteilung von BUND Kreis- und Regionalverband Stuttgart und Landesnaturschutzverband (LNV) Arbeitskreis Stuttgart
Stuttgart, 29.03.2022
Die Stadt Stuttgart plant auf den letzten Freiflächen am nördlichen Stadtrand, zwischen Mühlhausen und Kornwestheim, das Neubaugebiet Schafhaus. 17 Hektar beste Lösslehm-Ackerböden sollen für Wohnungen und Gewerbe überbaut werden. Der BUND Kreis- und Regionalverband Stuttgart lehnen zusammen mit dem Landesnaturschutzverband Arbeitskreis Stuttgart das Projekt kategorische und entschieden ab. Beim Stadtplanungsamt haben sie eine umfangreihe Stellungnahmen abgegeben.
Gerhard Pfeifer, BUND Regionalgeschäftsführer sagt: „Gerade in der zurzeit herrschenden geopolitischen Lage zeigt sich wieder drastisch, wohin Abhängigkeiten von anderen Ländern und Mächten führen können. Die Zeit, in der wir uns unserer Lebensgrundlage bzw. Böden berauben, sollte auch in Stuttgart längst vorbei sein. Ackerboden ist zu wertvoll, als dass er durch Bebauung für immer vernichtet wird – Bodenschutz stärkt die nationale Souveränität. Ganz besonderen Wert hat dabei die großstadtnahe landwirtschaftliche Fläche, die zur Versorgung der Stadtbevölkerung dient. Da dieses dann eben auch durch kurze Wege erfolgt, sind stadtnahe Flächen auch in diesem Sinne klimarelevant.“
Ackerböden mit hohem Humusgehalt – wie im Schafhausgebiet vorkommend – speichern große Menge Kohlendioxid – sie wirken als Klimasenke. Der BUND und der LNV kritisieren deshalb, dass eine großflächige Überbauung zu Zeiten eines massiven Klimawandels völlig unverantwortbar ist. Sie widerspricht den Ansprüchen der Stadt Stuttgart auf Klimaneutralität 2035 und dem 2019 beschlossenen städtischen Aktionsprogrammes Klimaschutz, bei letzterem wurden alle zukünftigen Bauprojekte unter Klimavorbehalt gestellt.
Auch in Bezug auf Erhalt der Biodiversität ist das Bauvorhaben unverantwortlich. Erste Artenschutzgutachten bestätigen den hohen naturschutzfachlichen Wert des Gebietes. Unter anderem wurden 49 Vogelarten nachgewiesen, davon 15 Brutvogelarten, die gefährdet oder besonders geschützt sind.
Torsten Schmiegel, Sprecher des LNV Arbeitskreises Stuttgart fragt bzw. merkt an: „Wo sollen die Stadtmenschen noch spazieren gehen bzw. sich (nah!)-erholen“, wenn die letzten Freiflächen zugebaut werden? Besonders die Coronazeit hat gezeigt, dass wohnortnahe Erholungsflächen Gold wert sind – auf den Feldwegen nördlich von Mühlhausen wuselte es von Menschen – fast wie auf der Königsstraße“.
Der BUND und der LNV fordern die Stadt auf, die finanziellen Mittel und Manpower, die jetzt in die Planung des Schafhauses fließen, in die Hebung der enormen Wohnflächenpotentiale in Bestandsgebieten zu investieren. Dass es die gibt, hat die jüngst veröffentlichte städtische Potentialanalyse Wohnen bewiesen.
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Rückfragen an:
Gerhard Pfeifer (BUND) 0711 / 61970-40 o. 842 559
Torsten Schmiegel (LNV) 0177 / 599 1587
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