BUND Kreisverband Stuttgart

Was wir Stuttgarter*innen für die Tropenwälder tun können

20. September 2020 | Lebensräume, Wälder

Die fortschreitende Zerstörung der Tropenwälder beschleunigt die Erderwärmung und führt zum Aussterben zahlreicher Tier-, Pflanzen- und Pilzarten. Auch wir Stuttgarter*innen tragen mit unserem Lebensstil dazu bei. Die gute Nachricht: Du kannst aber auch etwas dafür tun, die Zerstörung der tropischen Regenwälder aufzuhalten! Was genau, erfährst Du in diesem Text.

Tropischer Regenwald (pmvchamara.com / Pixabay [1))

Ursachen und Folgen der Zerstörung von Tropenwäldern

Tropische Regenwälder werden von Menschen zerstört, um Geld zu verdienen, beispielsweise durch den Verkauf von Tropenholz, durch den Abbau von Bodenschätzen und durch die Anpflanzung von Nutzpflanzen (z.B. Ölpalmen und Soja) für die Herstellung von Lebensmitteln, Kosmetika, Futtermitteln, Bio-Treibstoffen und Zellstoff auf dem gerodeten Boden.

Gegen Ende dieses Jahrhunderts könnten bis zu 70 % des tropischen Regenwalds zerstört sein [2]. Damit wäre ein Großteil der auf der Erde vorkommenden Tier-, Pflanzen- und Pilzarten ausgestorben und viele Menschen hätten ihren Lebensraum verloren.

Die Zerstörung der tropischen Regenwälder trägt zum Klimawandel bei. Dieser macht sich auch in Stuttgart bemerkbar: Es wird hier tendenziell wärmer und trockener [3, 4].

Die politisch Verantwortlichen unternehmen zu wenig zum Schutz von Tropenwäldern

Obwohl die Zeit knapp wird und die Folgen der Zerstörung des tropischen Regenwaldes verheerend sind, haben die politisch Verantwortlichen bislang noch keine ausreichenden Maßnahmen zum Schutz von Tropenwäldern umgesetzt. Dabei gibt es verschiedene Optionen:

  • Die Weltgemeinschaft könnte die „Tropenwald-Länder“ finanziell unterstützen, wenn diese im Gegenzug die Zerstörung von Tropenwäldern unterbinden. So hätten die Bewohner*innen der „Tropenwald-Länder“ die Aussicht auf eine Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse und der Weltgemeinschaft blieben die Folgen der Tropenwaldzerstörung erspart.
  • Staaten oder Staatenbünde könnten Importzölle oder Steuern auf Produkte erheben, die zulasten von Tropenwäldern erzeugt bzw. hergestellt wurden. Damit würden diese Produkte teurer, sodass die Nachfrage nach diesen Produkten sinken sollte.
  • Staaten oder Staatenbünde könnten den Handel mit Waren, die auf Kosten von Tropenwäldern hergestellt wurden, verbieten.

Das können wir Stuttgarter*innen für die Tropenwälder tun

Die beste Maßnahme zum Schutz der tropischen Regenwälder wäre eine entsprechende Einigung auf der Ebene der Vereinten Nationen. Daher sollten wir versuchen, politisch Einfluss zu nehmen:

Auch wenn es noch keine politische Lösung gibt, können wir alle schon jetzt freiwillig unser Konsumverhalten ändern, um die Tropenwälder in ihrer heutigen Form zu bewahren. Hier findest Du ein paar Anregungen dafür:

Meide Produkte, die zulasten von Tropenwäldern hergestellt wurden:

  • Kaufe keine Lebensmittel und Kosmetik-Artikel, die Palmöl enthalten.
  • Iss weniger Fleisch und Wurst. Wenn Du Fleisch oder Wurst isst, dann entscheide Dich für Bio-Produkte, denn die Tiere in Bio-Haltung werden nicht mit Soja gefüttert.
  • Tanke keinen Bio-Diesel und kein E10-Benzin.
  • Kaufe Kakao, Kaffee, Tee und andere Lebensmittel aus tropischen Regionen nur aus fairem Handel.
  • Kaufe keine Lebensmittel, deren Verpackungen Aluminium enthalten (z.B. Alu-Folie, Getränkekartons)
  • Kaufe keine Möbel und Baumaterialien aus Tropenholz und aus Holz, das von Bäumen aus tropischen Plantagen stammt (z.B. Akazie, Bangkirai, Balau, Bongossi, Ipé, Mahagoni, Meranti, Palisander, Sapelli-Mahagoni, Sipo-Mahagoni, Teak und Wenige, oftmals auch als Edelholz, Echtholz, Hartholz, und Plantagenholz bezeichnet [5]).

Nutze Produkte, die zulasten von Tropenwäldern produziert wurden, länger oder mehrmals:

  • Kaufe Papier und Toilettenpapier nur aus Recycling-Papier.
  • Verwende gebrauchtes Papier noch einmal (z.B. kannst Du gebrauchte Briefumschläge wiederverwenden oder als Notizzettel verwenden).
  • Nutze Dein Handy, Dein Tablet und Dein Notebook länger. Wenn Du eines dieser Geräte ersetzt, dann bringe Dein altes Gerät zu einem Wertstoffhof, damit die im Gerät enthaltenen Rohstoffe recycelt werden (stelle davor sicher, dass die von Dir auf dem Gerät gespeicherten privaten Informationen gelöscht sind und nicht wiederhergestellt werden können).
  • Stelle Dein Auto anderen zur Verfügung oder nimm am Car Sharing teil, anstatt Dir ein eigenes Auto zu kaufen.
  • Verleihe Deine Geräte und Werkzeuge, die Du nur gelegentlich benutzt, an Freunde und Bekannte. Leihe Dir Geräte und Werkzeuge aus, statt Dir eigene zu kaufen.

Hilf dem Regenwald mit Maßnahmen gegen die Erderwärmung:

  • Spare Energie (Strom, Heizung, Warmwasser) in Deinem Haushalt und an Deinem Arbeitsplatz.
  • Lege kurze Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurück.
  • Nutze für längere Strecken Busse und Bahnen.
  • Verzichte nach auf Flugreisen.
  • Vermeide Plastiktüten und Verpackungsmüll.
  • Kaufe saisonales, in Deiner Region angebautes Obst und Gemüse.

Wenn Du Kinder im schulpflichtigen Alter hast, die sich für das Thema interessieren, kannst Du mit ihnen zum Beispiel diese Websites ansehen:


Quellenangaben

[1]   https://pixabay.com/photos/jungle-forest-nature-tropical-707562

[2]   www.regenwald-schuetzen.org/regenwald-wissen/regenwald-und-klimaschutz

[3]   www.stuttgart.de/leben/umwelt/klima/klimawandel

[4]   Schriftenreihe des Amtes für Umweltschutz Stuttgart - Heft 1/2013: Klimawandel – Anpassungskonzept Stuttgart KLIMAKS (2013), www.stadtklima-stuttgart.de/stadtklima_filestorage/download/kliks/KLIMAKS-Broschuere-2013.pdf

[5]   www.regenwald.org/themen/tropenholz/fragen-und-antworten

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