BUND Kreisverband Stuttgart

Spaziergänge am Wasser

21. Juli 2021 | Flüsse & Gewässer, Grünes Band, Lebenswertes Stuttgart, Naturschutz, Wasser

Unsere Stadt hat Naturfreunden mit ihrer Kessellage viel zu bieten: schöne Ausblicke, abwechslungsreiche Wanderungen und Mountainbiketouren. Wenn man Erholung am Wasser sucht, muss man mitunter etwas länger suchen. Dabei zieht es uns gerade im Sommer ans Wasser. Deshalb haben wir drei Vorschläge für Spaziergänge an Stuttgarter Gewässern für Euch zusammengestellt. Alle Ziele sind auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln leicht zu erreichen.  

Foto: BUND KV Stuttgart.

Bärenseen und Heslacher Wasserfälle

Die Bärenseen sind zu jeder Jahreszeit einen Ausflug wert und längst kein Geheimtipp mehr. Auch die Heslacher Wasserfälle dürften den meisten Stuttgartern ein Begriff sein. Weniger bekannt ist vielleicht, dass beide gar nicht weit voneinander entfernt sind und sich wunderbar zu einem Spaziergang verbinden lassen.

Starten kann man z. B. an der Bushaltestelle Schattengrund (Buslinie 92) und von dort über die Schattenallee oder Bärensträßle zu den Bärenseen laufen. Von hier kann man die Runde flexibel gestalten: an welcher Uferseite der Seen Ihr entlang laufen möchtet, ob Ihr die Seen komplett umrunden oder lieber einen Weg durch den Wald nehmen wollt - alles ist möglich. Zu den Heslacher Wasserfällen führt die Schlösslesallee, der man bis über die Straßenquerung folgt. Anschließend muss die B14 überquert werden in Richtung Heslacher Wasserfälle (einfach der Beschilderung folgen).

Die Wasserfälle entstanden im 16. Jahrhundert, als das Wasser des Pfaffensees durch den Christophstollen und die Heidenklinge in den Nesenbach geleitet wurde. Dieses idyllische Naturschauspiel mitten in der Stadt ist einmalig und besonders schön, wenn es vorher geregnet hat. Der Abstieg am Wasserfall entlang ist kurz, trittsichere Schuhe sind aber zu empfehlen. Unten angekommen, verschwindet der Bach in einem Tunnel und der Weg führt über Treppen wieder nach oben. Man kommt an einer Straße raus, folgt ihr kurz nach rechts bis zu einem schmalen Waldweg, der hinunter zur Heidenklinge führt. Dies ist der Rückweg, der sehr schön durch den Wald und weiter am Bach entlang führt und bei ein paar Kleingärten in Vogelrain endet. Von dort ist es nicht weit bis zur Haltestelle Heslach Vogelrain und Ihr könnt bequem mit der U-Bahn zurückfahren.

 

Wild plätscherndes Wasser im Unteren Remstal

Im Hochsommer sind die Freibäder schnell überfüllt, der nächste Badesee weit weg und in Coronazeiten wahrscheinlich genauso überlaufen. Wie wäre es da mit Erholung am Fluss? Die Rems mag auf ihrem Weg an vielen Stellen nicht viel her machen. Besonders schön und ursprünglich verläuft sie aber auf dem letzten Stück bis zur Mündung in den Neckar. Unser Tipp ist deshalb ein Spaziergang oder eine Fahrradtour an der Rems zwischen Waiblingen und Remseck (beide Städte sind mit S2/3 oder der U12 gut zu erreichen).

Das Untere Remstal ist ökologisch sehr wertvoll und deshalb auch ein Naturschutzgebiet. Man findet hier selten gewordene Tier- und Pflanzenarten wie den Eisvogel. Ähnlich wie die Rems schlängelt sich auch der Weg durch das Tal, mal direkt am Wasser, mal durch Wald und Wiese. Zwischendrin gibt es ein paar Stellen, an denen man mit den Füßen durchs Wasser waten und sich erfrischen kann. Besonders gut eignet sich dafür eine Stelle, an der sich die Rems für ein kurzes Stück gabelt. Davor staut sich das Wasser und fließt dann wild plätschernd über große und kleine Steine hinab - ein Abenteuerspielplatz in freier Natur für Klein und Groß.

Wem das noch nicht genug ist, der kann die Tour verlängern und von Remseck aus mit dem Fahrrad nach Stuttgart zurückfahren. Bis Bad Cannstatt gibt es einen gut ausgebauten Fahrradweg, der am Neckar entlang führt. Am Max Eyth-See kommt man ebenfalls vorbei.

 

Das Buchenbach- und Wüstenbachtal

Ein weiterer Neckarzufluss ist die Murr. Von Burgstall an der Murr aus (erreichbar mit der S4) gibt es gleich zwei spannende, von der Murr abzweigende Bachläufe zu erkunden. Das Wüstenbachtal trägt seinen Namen nicht ohne Grund. Der Bach, der dort durchfließt, ist mitunter sehr wild und hat schon oft den parallel verlaufenden Weg verwüstet. Man gelangt dorthin, wenn man vom Bahnhof aus links der Durchgangsstraße folgt und dann rechts abzweigt beim Wanderzeichen Blauer Punkt, dem man bis zum Bach folgt. Auf der rechten Seite des Bachs kann man bis zur Römerbrücke und von dort durch den Wald oder auf der anderen Seite des Baches zurück zum Ausgangspunkt laufen. Was den Spaziergang so schön macht, ist die „wilde“ Landschaft – an manchen Stellen liegen bemooste Stämme quer über dem Bach – und natürlich die Nähe zum Wasser.

Auch im Buchenbachtal begleitet einen das Plätschern des Baches. Ein besonderes Highlight im Buchenbachtal sind zudem vier alte Steinbrücken, die heutzutage bemoost und mit Gras überwachsen sind. Sie wurden von den Bauern einst genutzt, um zu den abgelegenen Weideplätzen in den Mäanderbögen zu gelangen. Neben dem Bach ist unberührte, wild blühende Wiese, die wie das gesamte Buchenbachtal unter Naturschutz steht. Was hier im Sommer fehlt, sind Schattenplätze. Abkühlung und Erfrischung für müde Füße bietet aber der Bach. Dem Buchenbach könnt Ihr bis Steinächle folgen. Ab hier wendet Ihr am besten und lauft denselben Weg zurück bis Burgstall. Wer möchte, kann auf dem Rückweg einen Abstecher machen und dem Buchenbach noch ein wenig in die entgegengesetzte Richtung folgen. Möglich ist dies, bis der Bach auf die Murr trifft.

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