BUND Kreisverband Stuttgart

Cradle to Cradle zum Weltumwelttag:

05. Juni 2020

Hast Du schon von „Cradle to Cradle“ gehört? Nein? Der Begriff, auf Deutsch sinngemäß „vom Ursprung zum Ursprung“, beschreibt ein Kreislaufsystem ohne Abfall – ein Konzept, das unserer heutigen Wegwerfgesellschaft entgegenwirkt.

 (Snapwire / Pexels)

Cradle to Cradle heißt wörtlich übersetzt: „von Wiege zu Wiege“, also sinngemäß „vom Ursprung zum Ursprung“.

Dieses Kreislaufsystem ohne Abfall ist somit das komplette Gegenteil zu unserer aktuell vorherrschenden Wegwerfgesellschaft. Momentan wird der Großteil unserer Konsumgüter nach dem Prinzip „from cradle to grave“ („Von der Wiege bis zur Bahre“) hergestellt, wodurch weltweit riesige Mengen wertvoller Ressourcen unwiderruflich verloren gehen.

Das Cradle to Cradle Konzept wurde von dem aus Schwäbisch Hall stammenden Chemiker und Ökovisonär Michael Braungart zusammen mit dem US-amerikanischen Architekten William McDonough schon im Jahr 2002 ins Leben gerufen. Wenn es nach Ihnen gehen würde, gäbe es den Begriff „Abfall“ überhaupt nicht mehr, sondern nur noch nützliche Rohstoffe in geschlossenen Stoffkreisläufen.

Dabei unterscheidet Michael Braungart einen biologischen und einen technischen Kreislauf. Materialien von Produkten in biologischen Kreisläufen dienen als biologische Nährstoffe und können bedenkenlos in die Umwelt gelangen. Materialien, wie Metalle und Kunststoffe, von Produkten in geschlossenen technischen Kreisläufen, sollen recycelt werden und dürfen nicht in biologische Kreisläufe geraten.

Abgeschaut haben sie sich das Cradle to Cradle Prinzip aus der Natur:

Ein Kirschbaum zum Beispiel gibt durchaus Stoffe an seine Umwelt ab, doch dies ist unter anderem der lebensnotwendige Sauerstoff für Menschen, Tiere und die Atmosphäre. Auch abgestorbene Blätter und Äste liefern wichtige Nährstoffe für andere Pflanzen, Pilze und Tiere.

Wo findest Du Cradle to Cradle zertifizierte Produkte?

Cradle to Cradle ist eine eingetragene Marke des Cradle to Cradle Products Innovation Institute mit Sitz in Oakland in Kalifornien und Amsterdam. Das Institut führt die Produktzertifizierungen durch.

Momentan ist Cradle to Cradle in den Niederlanden, Dänemark, sogar in den USA und China noch etwas bekannter und gefragter als in Deutschland. Hier findest Du das Cradle to Cradle-Logo bisher nur auf wenigen Produkten. Insgesamt stammt der Großteil der zertifizierten Produkte und Materialien aus der Bau- und Einrichtungsbranche: Bodenbeläge, Farben oder Büromöbel beispielsweise. Das Stuttgarter Unternehmen Drees & Sommer begleitet das erste Cradle to Cradle-Wohngebäude Deutschlands in der Hamburger HafenCity.

Diese Cradle to Cradle zertifizierten Produkte kannst Du in Stuttgart kaufen: Haar- und Gesichtspflege von Aveda, Bier von Carlsberg (Etiketten, Dosen und Verpackungen werden nach dem Cradle to Cradle Prinzip hergestellt), Haushaltsreinigungsmittel und Waschmittel von Ecover, Reinigungsmittel von Frosch, Stifte von Stabilo, Sportbekleidung von Trigema, kompostierbares T-Shirt von C&A oder Strumpfhosen von Wolford.

Hier kannst Du in Stuttgart aktiv werden:

https://c2c-ev.de/mitmachen/regionalgruppen/stuttgart/: Cradle to Cradle Regionalgruppe Stuttgart (hier kannst Du dich einmal im Monat über die Cradle to Cradle-Welt austauschen, Aktivitäten planen oder Dich durch Vorträge aus Wissenschaft und Wirtschaft informieren und weiterbilden)

Hier findest Du weitere Cradle to Cradle Produkte und Onlieshops: https://utopia.de/ratgeber/cradle-to-cradle-produkte-shops/

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